Sunday, 24 May 2020

Auswirkung von Covid-19

Die ersten Nachrichten über Covid-19 kamen von China. Dann schwabbte die Welle nach Europa und von dort über den Rest der Welt. Auch wir in Mexiko waren/sind davon betroffen.
Mein Flug nach DL zum Geburtstag meiner Mutter wurde von der Fluggesellschaft storniert.

Somit wurde unser Plan hastig geändert, denn wir wollten der Sache entfliehen und so schnell wie möglich in den Südpazifik nach Französisch-Polynesien aufbrechen. Unsere Argumentation war, dass wir nach achtundzwanzig Tagen bei der Ankunft Viren-frei oder tot sind und daher den französischen Behörden wenig Angst bereiten würden. Außerdem wären wir weit weg vom Schuss und in einsamen Gegenden.

Nachdem wir zuvor Schwierigkeiten hatten, Wasser in den Pazifikstaaten zu beschaffen, wollten wir die lange Reise nicht beginnen, ohne unseren Wassermacher installiert zu haben.
Es war ein ziemlich schwieriges Puzzel, für alle Teile des Wassermachers einen geeigneten Platz zu finden. Die Installation war relativ schnell abgeschlossen, in etwas weniger als zwei Wochen, trotz mehrerer Landgänge zum örtlichen Sanitärgeschäft. Doch dann, als wir fast fertig waren, überschlugen sich die Nachrichten über Grenzschließungen und Einreiseauflagen. Fast stündlich erhielten wir neue unheilvolle Informationen, alle Länder im Südpazifik haben ihre Grenzen geschlossen. Wir überprüften die Regelungen für die anderen zentralamerikanischen Länder, aber auch da gab es ordentliche Einschränkungen, die sich täglich zu verschärfen schienen.






Wohin soll die Reise gehen? 


Es wurde schnell klar, dass eine Ausreise aus Mexiko unmöglich wird/ist, da kein anderes Land im Pazifik (außer Neuseeland) uns die Einreise erlauben würde. Nonstop Mexiko-Neuseeland war für uns keine Alternative. Letztendlich blieb uns nur noch hier in Mexiko zu bleiben.

Somit haben wir die Zeichen so gelesen, dass wir uns hier in der Baja California doch umsehen und etwas länger aufhalten sollen. Für uns heißt das ein ganzes Jahr, bis Februar oder März zu warten, um dann die Barfuß-Route nach NZ zu besegeln. Die Überfahrt ist Saison abhängig um die Zyklone der nördlichen und südlichen Hemisphäre zu vermeiden.
Mit diesem Wissen haben wir versucht unser Touristenvisa in ein Jahresvisa umzuwandeln, was die Migration-Behörde von Mexiko ablehnte. Als alle Grenzen bereits geschlossen waren, empfahlen sie uns, in die Vereinigten Staaten aus zureisen, wo uns die Einreise verweigert würde und wir vermutlich auch nicht zum nach zurück nach Mexiko zu unserm Boot zurückkehren könnten. Dies war uns zu Risiko reich und somit haben wir die ganze Sache erst mal Ruhen lassen und hoffen, dass wir die Visums-Frage lösen können, wenn sich die Beschränkungen lockern. Jetzt gibt es Anzeichen dafür, dass dies im Juni passieren kann.

Mit den Nachrichten und Informationen aus Deutschland und Neuseeland hatten wir das Gefühl, dass die Pandemie in Mexiko am Anfang etwas nachlässig angegangen wurde. Dieser Eindruck ist bestimmt suggestiv, da wir die Nachrichten nicht auf Spanisch verfolgen können.
Wir beschlossen, La Paz, die Landeshauptstadt von Baja California Sur, zu verlassen, solange der Hafen noch geöffnet ist und wir uns in die weniger besiedelten Inselwelt der Sea of Cortez zurückziehen können.
Hier würde die Selbstisolation leichter fallen und wir können an den verschieden Stellen, an denen es keine Siedlung gibt, schnorcheln oder wandern, während wir langsam Richtung Norden segeln, um bis spätestens Juni aus dem Hurrikangürtel herauszukommen.
So wie wir, haben sich auch viele andere Yachties entschieden und man hat das Gefühl, als ob eine ganze Armada Richtung Norden unterwegs ist.

Bevor wir aus La Paz letztendlich ablegen konnten, haben wir noch Proviant aufgenommen. In den Supermärkten zeigte sich auf einmal ein anderes Bild. Am Eingang hat jemand mit der Desinfektionsflasche gestanden und jeden Kunden seine Hände waschen lassen. Die Angestellten trugen alle Handschuhe und Mundschutz. Leute hielten Abstand und warteten, bis der Gang frei war, statt sich, wie üblich, am anderen Kunden vorbei zu quetschen. Auch beim Schlange stehen wurde der Abstand einbehalten. Wir waren von dieser Disziplin beeindruckt.
Selbst auf den Ankerplätzen hielten die Yachties Abstand zueinander. Es waren keine sozialen Zusammenkünfte oder gemeinsame Unternehmungen sichtbar, jeder blieb für sich.



Abschied aus der Ferne


Nun segeln wir langsam nach Norden. Unterwegs stoppen wir an verschieden kleinen malerischen Ankerplätzen. Ein Highlight war ein kurzer Stopp an einer Seehund-Kolonie in einem Marinepark. Wir wurden sofort von den Seelöwenwelpen umrundet und begrüßt. Die Einladung zum Schwimmen haben wir nicht abgelehnt und sind ins Wasser. Was für eine Erfahrung. Die flinken Welpen tummelten um uns herum, schlugen Kapriolen und sprangen in ihrerer verspielten Weise über uns, während wir an der Oberfläche schwammen. Nebenbei wurden wir von Fischschwärmen umgeben. Das Wasser wurde uns aber bald zu kalt und frierend ging es zurück an Bord und weiter zu einem geschützten Ankerplatz für die Nacht. 

 

Seelöwenwelpen beim tummeln. 


  
Ein Fischschwarm umgibt uns.




Am Karfreitag ankerten wir mit 12 anderen Booten vor einem kleinen Dorf in San Evaristo. Am Nachmittag kam eine Panga mit den Dorfvorstehern zu jedem Boot und bat sie, die Bucht zu verlassen. Dazu muss man wissen, dass der Präsident von Mexiko zu Ostern ein 96-stündige Ausgangssperre über das ganze Land verhängt hat. Wir konnten einer sofortigen Durchführung der Aufforderung verhindern, indem wir erklärten, dass wir mit dem verbleibenden Tageslicht keinen sicheren Ankerplatz mehr erreichen könnten und dass die Wettervorhersage für den nächsten Tag nicht positiv aussieht. Mit dem Versprechen nicht an Land zu kommen, durfte die Flotte noch bis zum Ostersonntag bleiben. Wir verstehen die Mexikaner in den kleinen abgelegenen Dörfern nur zu gut. Sie sind in einer gefährdeten Position Es gibt dort keine medizinische Versorgung, das nächste Krankenhaus ist 5 Autostunden entfernt und nur über eine ausgewaschene Wüstenstrecke, die man kaum Straße nennen kann, zu erreichen, Dazu braucht man dann ein Allradfahrzeug mit hohem Radstand und dann ist die Piste auch nur bei guten Wetter zu befahren ist.

Über Funk sind wir jeden Morgen mit anderen Yachten verbunden. So erfahren wir neben der aktuellen Wettervorhersage auch die neuesten Berichte und Erfahrungen zu den Einschränkungen des Covid-19-Virus von anderen Leidensgenossen, die auf dem Trip nach Norden uns einige Meilen voraus sind. So fühlen wir uns mehr oder weniger auf dem neuesten Stand der Dinge. 


  
Einer der schönsten Ankerplätze, Isla San Francisco




Der nächste Punkt, an dem uns die beängstigende Realität des Virus traf, war der malerische Ankerplatz von Agua Verde. Wir ankerten in dem kleinen Dorf, wo Aktivitäten am Strand oder Essen im kleinen Strandrestaurant nicht mehr erlaubt waren.




Der sehenswerte Südankerplatz von Isla Verde


Als wir an Land zum Dorfladen gingen, trugen wir respektvoll unsere Gesichtsmasken und wurden vom freundlichen Dorfpolizisten auf seinem Quad begrüßt. Er war sichtlich erfreut zu sehen, dass wir bereits die empfohlenen Vorsichtsmaßnahmen getroffen hatten. Nach dem 'buenos dias' des Polizisten gingen wir weiter zum Laden. Im Geschäft stellten wir fest, dass jeweils nur eine Person mit Gesichtsmaske und frisch desinfizierten Händen eintreten darf. Alles vernünftigen Vorsichtsmaßnahmen. Hier konnten wir mit einem Stunden-Ticket Zugang zum Satelliten-Internet kaufen. Die Verbindung war sehr langsam, dennoch konnten wir einige wichtige E-Mails lesen und senden.

Dieser Luxus war jedoch schnell vorbei, da Mexiko in Level 4 ging und somit der Laden und das Dorf für alle Außenstehenden geschlossen wurde. Die Dörfer sollte völlig isoliert sein, niemand darf mehr das Dorf verlassen oder betreten. Wir wurden nicht gebeten, den Ankerplatz zu verlassen und durften weiterhin in den Hügeln und an den Stränden außerhalb des Dorfes spazieren gehen.



 Auf einem unserer Wanderungen

 

Da ein Großteil der mexikanischen Bevölkerung nicht weit über der Armutsgrenze lebt, waren wir Yachties zutiefst besorgt darüber, wie sich der plötzliche Verlust des Einnahmen durch den Besuch von uns Yachten auf das Leben der Dorfbewohner auswirken würde. Darüber hinaus waren wir sehr besorgt darüber, wie ihre Bedürfnisse gedeckt würden, wenn sie von Lieferungen aus der Außenwelt abgeschnitten sind. Die Sorge um unsere eigene Situation war gering, da die meisten Yachten gut versorgt waren und nach Belieben weiterfahren konnten. Die hart arbeitenden mexikanischen Familien hatten nur die Lebensmittel, die sie zum Zeitpunkt der Schließung hatten und mussten damit für unbestimmte Zeit auskommen. Positiv zu vermerken ist, dass das Dorf einen ausgezeichneten Ziegenkäse produziert, von dem die Yachties viel gekauft haben. Da es sich um ein im Dorf hergestelltes Produkt handelt, das keine Eingaben von außen erfordert war das eine gute Möglichkeit, mehr Geld in die Wirtschaft des Dorfes zu bringen.
Interessanterweise dürfen sich die Ziegen mit einem großen Hund frei bewegen. Der Hund wird als junger Welpe mit der Ziegenherde zusammengebracht und betrachtet die Ziegen daher als sein Rudel, das er beschützt und gegen Raubtiere, z.B. Kojoten verteidigt.
 

Der Nordankerplatz von Aqua Verde


Es sind mittlerweile 5 Wochen, seit wir La Paz verlassen haben. Die Situation war jetzt schwer einzuschätzen. Was bedeutete das alles für uns als Langzeitbesucher? Wie wird sich die Lebensmittelversorgung für die Bevölkerung und für uns entwickeln? In wie weit und wie schnell wird sich der Virus hier in der Baja California Sur ausbreiten? Wo können wir noch ankern, wenn wir uns von Dörfern und Fishing-Camps fernhalten sollen? Bei all den Fragen entschlossen wir uns nach Porto Escondio zu segeln.
Das Ankern in der Bucht ist nicht gestattet und die Boote sind verpflichtet, den Yachthafen mit seinen unverschämten Preisen zu nutzen. Die Plätze am Steg sind unbezahlbar, aber in der Bucht sind unzählige Ankerbojen, die etwas günstiger sind. Die Marina reagierte sehr positiv auf die Bedürfnisse der Segler. Es sprach sich schnell herum, dass der kleine Yachthafen Laden Einkaufslisten entgegen nimmt und Mitarbeiter in die Stadt schickt, um die Einkäufe zu erledigen. Man ist sich zwar nie sicher über die Menge, Qualität oder den Preis seiner Einkäufe, aber sie gaben sich unglaubliche Mühe, um alle zufrieden zu stellen. Also haben wir eine Boje für einen Monat gemietet, um die Entwicklung abzuwarten. Auch hier müssen wir die Verhaltensregeln befolgen und Gesichtsmasken tragen und Abstand halten, aber wir können die Internetverbindung, eine Wäscherei und Duschen benutzen, wenn wir die lange Strecke an Land rudern.



Marina Porte Escondido, im Hintergrund ist das Mooringsfeld zu erkennen  
 

 
Nun ist unser Monat fast zu Ende. Wir nutzten die Zeit um einige Projekte an Bord abzuschließen, bzw. kleiner Veränderungen an Bord vor zu nehmen. So hat Martin eine Halterung gebaut, um das Dinghy sicher an Deck zu verstauen. Wir haben die Segel nochmals anders an den Latten gesichert und verbesserten am Vor- und Hauptsegel die Trim-Leinen. Anschließend haben wir uns sehr über das Testsegel in der Bucht gefreut, können aber immer noch nicht herausfinden, warum das obere Panel, wenn wir hart am Wind segeln, Falten zeigt. Wir vermuten, dass das obere Segelfeld die Latten nach unten zieht, wenn die Panel vom Wind aufgebläht werden, wodurch das Vorliek gedehnt wird. Das Hinzufügen einer zusätzliche Leine aus Dyneema zum Gurtband am Vorliek kann dies vielleicht verhindern.


 


Probesegeln in der Bucht von Porte Escondido
  

Wir studierten neue Musik ein und Martin spielt nun unter anderem „Trumpet Hornpipe“, auch bekannt als „Capt'n Pugwash" auf der Mandoline. Natürlich haben wir hier auch andere Segler kennengelernt und es gab das ein oder andere Treffen mit genügend Abstand zueinander, wie z.B. als ein Segler ein Konzert von Bord seines Bootes gab und die anderen in ihren Dinghys rundherum angebunden waren.
Die Situation mit dem Virus hat sich nicht wirklich entspannt, aber hier in der Gegend hat es sich nicht verschlechtert. Wir hatten gehofft, unser Visum hier zu verlängern, aber leider hat das aus technischen Gründen nicht geklappt. So werden wir nun unseren Weg weiter nach Norden fortsetzen, um aus dem Hurrikanbereich zukommen. Für uns bedeutet es endlich wieder segeln, aber auch kein oder sehr limitiertes Internet. Deshalb kann es gut sein, dass ihr wieder etwas länger auf den nächsten Eintrag warten müsst.

 

unsere Reise nach Norden geht weiter


Saturday, 23 May 2020

Segelverhalten

Wir verließen Marina Fonatur in Guaymas am 4. März Richtung La Paz mit einer neuen neuen Segeln und modifiziertem Ruder, die beide, bis auf ein paar kurze Streifzüge in der „Bahia Interior de Guaymas“ weitgehend ungetestet waren. Diese kurzen Testsegeltrips waren insofern ermutigend, als sie die vorhergehenden Mängel der Segeleigenschaften von Taiko minimierten, wenn nicht vollständig beseitigten.
Die Segelleistung in Luv wurde durch die gewölbten Segelfelder (Panel) erheblich verbessert. Das Boot scheint nun, wie jedes andere Boot, das wir gesegelt haben, hoch am Wind zu laufen und zeigt in dieser Segelposition eine gute Geschwindigkeit von bis zu sechs Knoten.
Die früher erwähnte Luvgierigkeit (wenn das Ruder den Kurs nicht hält und das Boot in den Wind steuern will) scheint vollständig beseitigt zu sein. Auf unserem Probesegeln hatten wir nur dann damit zu kämpfen, wenn das Boot zu viel Segeltuch oben hatte und deshalb mehr auf der Seite lag. Im Allgemeinen war Taiko unter Segeln gut ausbalanciert und das Ruder ziemlich leicht. Sie summt jetzt mit einer sanften Vibration der Pinne, wenn sie beim hart am Wind Kurs richtig ausbalanciert ist. 


Probesegeln mit anderen Yachties, die unsern Arbeitswerdegang verfolgten und niemals zuvor mit einem Dschunken (Junk) Rigg gesegelt sind.


Das Verhalten von Taiko bei den Wenden war zufriedenstellend, sie hatte immer genug Geschwindigkeit, um nicht mittendrin stehen zu bleiben. Wir waren zuversichtlich genug, dass sie in der Lage war, den schmalen Kanal zurück zum Yachthafen aufzukreuzen. Anschließend erhielten wir den üblichen, inzwischen erwarteten Kommentar von unseren Gästen mit Bermuda-Rigg Booten; "Das würde ich nie mit meinem Boot machen". Da Taiko ein Schiff mit langem Kiel ist, kommt sie nur langsam durch den Wind. Da fehlt eine Genua, die man stehen lassen kann, bis der Bug auf der anderen Seite ist. Aber dafür brauchen wir keine Segel winschen. Wir sind uns nicht sicher, wie sie bei starkem Wind und einem kurzen, scharfen Seegang eine Wende schaffen wird.

Unsere Theorie wie wir die Luvgierigkeit beseitigt haben, lautet wie folgt:
1. Der Abstand zwischen den Segel-Latten vom Vorsegel wurde vergrößert und eine berechnete zusätzliche Segelfläche von 3,5 Quadratmetern erreicht.
2. Die gewölbten Segelfelder (Panel) haben ihre maximale Wölbung bei 35% der Länge, was unserer Meinung nach den Schwerpunkt der Segel nach vorne verschiebt. Flache Segel, wie sie an Bord waren, haben ihren Schwerpunkt genau in der Mitte bei 50% der Länge.
3. Das neue gewölbte Profilruder mit den Flossen oben und unten trägt dazu bei, die laminare Strömung über der Oberfläche des Ruders aufrecht zuerhalten. Es kann auch sein, dass der Schwerpunkt des Ruders weiter nach vorne verschoben wurde.
Unsere Argumentation ist etwas schwammig, zweifellos könnte ein Marinearchitekt dies besser erklären. Die vorgenommenen Änderungen scheinen jedoch zu funktionieren.

Während der ersten dreißig Stunden unserer Überfahrt nach La Paz genossen wir lebhafte WNW-Winde, die für ein angenehmes Segel sorgten. Die Segel waren mit zwei Panels gerefft sowohl im Vorder- als auch im Hauptsegel, die uns mit etwa sieben Knoten Fahrt vorwärts bewegten. Wir waren sehr zufrieden mit uns selbst, als wir Wale sahen und genossen eine schnelle, wenn auch etwas raue Passage nach La Paz. Die maximale Geschwindigkeit, die der Kartenplotter auf diesem Teil der Reise aufzeichnete, betrug 10,6 Knoten, was zweifellos eine momentan Aufzeichnung war, als wir von einer steilen Welle zur Seite geschoben wurden. Trotzdem bewegte Taiko sich mit sehr vernünftiger Geschwindigkeit für einen ordentlich beladenen Langzeitsegler. Die Selbstlenkung der Windfahne Monitor war in den kurzen steilen Wellen des Meeres von Cortez hervorragend.
Der Rest der Reise führte uns zeitweise bei leichten und wechselnden Winden zum Motorsegeln. Wir waren erfreut, die letzten paar Meilen bis Puerto Balandra segeln zu können und sogar unter Segeln vor Anker zu gehen, während Crews von „Pointy Rig“ (Spitzname für Bemudan Rigg) beim Fotografieren ungläubig zuschauten.
Ich frage mich übrigens, warum Junkies Bermudan Riggs "Pointy Rigs" nennen, wenn doch unsere Segel meistens spitz nach oben gerichtet sind!
Am nächsten Tag fuhren wir die letzten Meilen in zweieinhalb Stunden gegen den Strom nach La Paz, wo wir uns mit Sharron Beck, dem stellvertretenden Manager von Whangarei Marina, trafen. Wir haben ihr geholfen, den Raum vorzubereiten, wo sie ihre Präsentation im Auftrag der Whangarei Marine Promotions Group hielt, die Langzeitsegler dazu ermutigen soll, Whangarei für die Zyklonsaison zu besuchen. Dies war, bevor das Corona-Virus die Pläne aller zerstörte. Später aßen wir mit Sharron in ihrem Hotel zu Abend und hatten einen sehr angenehmen Abend, bei dem wir all die Neuigkeiten von zu Hause erfuhren. Am nächsten Tag reiste Sharron, zur niederländische Yacht Tara, die wir später in Agua Verde und Puerto Escondido trafen. Seglerwelt ist klein!

In den zweieinhalb Wochen, die wir in La Paz verbrachten, waren wir sehr beschäftigt mit Hausarbeiten, Bootsprojekten und der Verproviantierung, während sich die Coronavirus-Zwinge um uns herum zusammen zog. Ursprünglich überlegten wir, La Paz zu verlassen, um nach Französisch-Polynesien zu reisen, aber diese Hoffnung wurde zunichte gemacht, als jedes Land von Mittelamerika bis Neuseeland ihre Grenzen schloss. Wir sahen uns gezwungen, in Mexiko zu bleiben, wohl wissend dass unsere Touristenvisa bald abläuft und eine Erneuer- oder Verlängerung sehr unsicher ist. La Paz ist jedoch eine sehr schöne Stadt und wir haben unseren Aufenthalt genossen. Der Malecon (die Straße am Wasser), der in den letzten Jahren modernisiert wurde, ist sehr angenehm zum Spazieren gehen. Es gibt viele Skulpturen und Wandgemälde, die Häuser sind nett hergerichtet. Wir hatten aber so viel anderes an Bord zu tun, dass wir kaum Zeit hatten dies zu genießen.






Malecon von La Paz




Heutzutage kann es schwierig sein, Wasser im Pazifik zu bekommen, und viele Inselbewohner haben Probleme mit ihrer Wasserversorgung. Ebenso ist es in der Wüste von Baja California und Sonora schwierig, an Wasser zu kommen. Trinkwasser aus der Stadt ist oft von zweifelhafter Qualität, deshalb haben wir uns entschlossen, unseren Wassermacher , der seit Januar an Bord gelagert ist, zu installieren. Obwohl so eine Einheit ein teurer Luxus ist, den ich normalerweise nicht in Betracht ziehen würde, hat es sich jedoch bisher als sehr wertvoll erwiesen.
Wir haben auch viel Zeit damit verbracht, das SSB-Radio zum Laufen zu bringen. Diesbezüglich waren wir nur teilweise erfolgreich. Bis heute konnten wir unsere E-mail an Bord nicht zum Laufen bringen. Wir hatten auch viel Arbeitsaufwand, um Wasserlecks, sowohl salzhaltige als auch Frischwasser, aufzuspüren und zu beheben. Es stellte sich heraus, dass diese relativ leicht mit etwas Silikondichtmittel um die O-Ringe der Seewasserfilter zu erreichen war. Leider konnten wirkeinen Ersatzdichtringe finden, der groß genug für die Filter waren. Die Undichtigkeit der Inspektionsklappe für den Frischwassertank wurde auf die gleiche Weise behoben. Jetzt haben wir eine knochentrockene Bilge.
Wir verließen La Paz nach siebzehnten Tagen, kurz bevor La Paz mehr oder weniger eine Ausgangssperre verhängte und die (Kriegs-)Marine begann, die Küstengewässern zu patrouillieren, um darauf zu bestehen, dass Yachten an Ort und Stelle bleiben. Yachten dürfen eine Überfahrt machen, aber nicht zum Vergnügen segeln oder sich in Gruppen an Ankerplätzen oder Stränden versammeln. Wir waren froh, wieder unterwegs zu sein und sehr erfreut, dass wir nicht, wie alle unsere Freunde in Neuseeland, an einem Ort bleiben mussten.
Insgesamt sind wir sehr zufrieden mit unserem komfortablen neuen Boot, allerdings wollen wir etwas schwereres Wetter in ihr erleben, um volles Vertrauen in Taiko zu gewinnen. Obwohl sie nicht so einfach Einhand zu segeln ist wie Tystie (vorheriges Boot), macht es trotzdem Spaß mit ihr unterwegs zu sein. Sie ist bequem und segelt gut genug, um uns stolz zu machen. Obgleich unsere neuen Segel noch weiter optimiert werden müssen, scheinen sie meiner Meinung nach eine gute Leistung zu erbringen, und ihre Unvollkommenheiten bleiben von den Augen der Bewunderer unbemerkt, die uns Komplemente zurufen und im Vorbeigehen Fotos machen. 




Taiko kreuzt in den Ankerplatz.


 

Die diagonalen Falten treten in den Penel auf, wenn die Segel hart nach Luv gezogen werden. Ich habe noch keine Lösung dagegen gefunden. 






Vorm Wind segeln, keine diagonalen Falten.




Wir freuen uns über Vor- und Ratschläge von Junkies und Segel Enthusiasten.
Mehr zum Segeln im nächsten Beitrag – Auswirkungen vom Corona Virus

 


 

Thursday, 21 May 2020

Sailing Performance

We left Marina Fonatur in Guaymas on the 4th of March, bound for La Paz, with a the new rig and modified rudder combination that was largely untested apart from a couple of short forays on Bahia Interior de Guaymas. These short test sails were encouraging in that Taiko's reported shortcomings were minimised if not completely eliminated.
Windward sailing performance has been greatly improved by the cambered panel sails. The boat now seems to point to weather as well as any other boat we have sailed and shows good speed, up to six knots, on this point of sailing.
The reported excessive weather helm appears to be completely eliminated. On our test sails we only experienced bad weather helm when the boat was over pressed with too much canvas. Generally, the boat was well balanced under sail and the helm quite light. She now hums to you with a gentle vibration of the tiller when properly balanced while sailing to weather.


Test-sail with other Sailors who where very interested, followed our project and never sailed a Junk


Tacking through the eye of the wind was satisfactory, we never missed stays. We were confident enough of her ability to tack to short tack up the narrow channel back to the marina. Subsequently, we got the usual, by now expected, comment from our Bermudan Rig guests; “ I would never do that with my boat”. That said, being a long keeled vessel she is still slow to get through the eye of the wind and having no head sail to back we are far from certain that she would manage a tack in strong winds with a short sharp sea running.
Our theory on the elimination of excessive weather helm is as follows:
  1. The distance between the battens on the fore sail was increased to provide a calculated extra 3.5 square metres of sail area.
  2. The cambered panels have their maximum camber at 35% of chord thus, we think, shifting the sails' centre of effort forward. Flat sails have their centre of effort right in the middle at 50% of chord.
  3. The cambered profile rudder, with plates top and bottom, helps to maintain laminar flow over the surface of the rudder. It may also be that the centre of effort of the rudder has been moved further forward.
Our reasoning is bit woolly, no doubt a naval architect could better explain. However, the modifications that have been done appear to work.
For the first thirty hours of the trip to La Paz we enjoyed brisk WNW winds that made for a pleasant sail that saw us reaching along at around seven knots with two panels reefed in both fore and main sails. We felt very pleased with our selves while enjoying sighting whales and a rapid, though a little rough, passage to La Paz. The maximum speed recorded by the chart plotter on this part of trip was 10.6 knots which was doubtlessly an instantaneous recording when we were pushed sideways by a steep wave. Never the less she was moving at very reasonable speed for a heavily laden cruising boat. The Monitor wind-vane self steering performed superbly in the short steep waves of the Sea of Cortez.
The remainder of the trip saw us intermittently motor sailing in light and variable winds until anchoring in Puerto Balandra for the night, not far from La Paz. We were pleased to be able to sail the last few miles and finally tack into the bay and drop anchor under sail while pointy rig crews watched incredulously while taking photographs. Incidentally, I wonder why junkies call bermudan rigs 'pointy rigs' when our sails are mostly pointed at the top!
The following day we motored for two and half hours against the current to La Paz where we met up with Sharron Beck the assistant manager of Whangarei Marina. We helped her set up for her presentation on behalf of Whangarei Marine Promotions Group that encourages cruising yachts to visit Whangarei for the cyclone season. This was before the Corona virus wrecked everyone's plans. Later we had dinner with Sharron at her hotel and had a very pleasant evening catching up with news from home. Next day Sharron took off to meet up with the Dutch yacht Tara, which we later met in Agua Verde and Puerto Escondido. The cruising world is small!

The two and half weeks we spent in La Paz were very busy with chores, boat projects and provisioning while corona virus clamp tightened around us. Initially we considered clearing out of La Paz to leave for French Polynesia but this hope was dashed as every country from Central America to New Zealand closed it's borders. We found ourselves obliged to remain in Mexico with our tourist visas expiring with their renewal uncertain. However La Paz is a very nice town and we enjoyed our stay. The Malecon, up-graded in recent years, is very pleasant to walk along. There are many sculptures and murals, the houses are nicely decorated. But we had so much else to do on board that we barely had time to enjoy it.


The Malecon of La Paz


Nowadays water can be difficult to come by in the Pacific and many islanders struggle with their water supply. Similarly, in the desert of Baja California and Sonora water is also difficult to come by. Town supplied potable water is often of dubious quality so we therefore decided to install the water maker we bought already in January. While this an expensive luxury I would not ordinarily consider it has proved, thus far, very valuable. We also spent a lot of time trying to get the SSB radio working properly we have only been partially successful in this regard. We also expended a lot of energy tracing and fixing water leaks, both salt and fresh. These turned out to be relatively easily fixed with a bit silicon sealant around the seawater strainer O-rings, we couldn't find replacements large enough, and the fresh water tank inspection plates. We now have a bone dry bilge.
We quit La Paz on our seventeenth day of our stay just before La Paz shut down more our less completely and the Navy began patrolling inshore waters insisting yachts remain in place. Yachts were allowed to make a sea passage but not cruise or congregate in groups at anchorages or beaches. We were glad to be moving again and very pleased we were not required to remain in one place like all our friends in New Zealand.
Overall we are very pleased with our comfortable new boat though we need to experience some heavier weather in her to gain complete confidence. Though not as easy to sail single handed as Tystie (previous boat) she is fun to sail, comfortable and sails well enough to make us proud. While our new sails need further tweaking, in my opinion, they seem to perform well and their imperfections go unnoticed by the admirers who call out to us in complementary fashion and take photographs as we pass by.

Taiko tacking into the anchorage. The diagonal creases reappear when the sails are hauled in hard to go to windward. I haven't worked out a cure for this yet.


Sailing off the wind, no diagonal creases. We welcome any suggestions from junkies and other sailing enthusiast
.

More on sailing in the next post – Impact of Corona Virus.

Friday, 8 May 2020

The Sail Making Saga

We actually wanted to report about sail making at the end of February, but strictly speaking the process is still ongoing, with further tweaking required.
When we sailed from Puerto Escondido, in the Baja California Sur, we had the original flat-cut sails that did not perform particularly well; especially to windward in light winds. We knew before we left NZ that, long-term, we wanted the better performance of cambered panel sails. Fortunately, the marina in Guaymas was an ideal place to start this project as they allowed us to use a large untenanted commercial office space for the work.
We had already ordered the material on our shopping trip to the States which was to be delivered to the marina in Mexico. The material, "Top Gun 9" is a vinyl-coated, sun-resistant canvas that has already proven itself on Tystie's sails. With a width of 1.3 m, we ordered 45 meters in red and 23 m in white.
We waited a long time for delivery. Ultimately, we learned that the package could not be delivered because a special license is required in Mexico to import textiles. Since we didn't have this, the shipment was sent back without further ado. It took us weeks to find another way to transport the material to Guaymas. Fortunately, we heard from a woman who often commutes between Tucson and Guaymas to deliver packages to sailors. We have used this option several times and were very happy every time we finally got the stuff. In this way we got the sailrite, the salon tables and our water-maker in addition to the sail material.

We studied Arne Kverneland's manual, "a DIY guide to rigging a boat with cambered panel sails", which we downloaded from the JRA "Jung Rig Association" website. This was a substantial work to be studied and understood. We took various measurements from the existing sail, e.g. length and spacing of the battens, length of the masts, etc.
Then we ventured into the calculations of the camber needed for each of the various panels.



Deep thought. The Captains calculations


In order to mark out and cut the panels out of the material, we needed something that we could use as a template. It had to be stable and not stretch or change shape. It's not so easy to explain to someone what you need and what you want to do if you don't speak the language well enough and the other side has no idea what you are attempting. Our "boys" helped us to find some stronger paper. Of course it was always unlikely that we would find a material large enough for a sail panel so we taped the paper sheets together to get the area we needed.



Making the paper templates by taping the single sheets together


The taped together sheets of paper made surprisingly robust and serviceable templates. With the templates marked and cut out we were ready to start marking out the sail cloth. We soon discovered that each panel was wider than the 1.3m width of material. This meant that material had to be joined before a panel could be marked and cut out. This was something we had hoped to avoid. It was, for us newbies, difficult and time consuming work and we were less than pleased with our early lumpy looking seams. However, our technique improved and the seams have flattened out and appear completely normal in the finished sails.



Panel template on top of the joined material in preparation for marking and cutting. Note the puckered seam; as already mentioned this tended to flatten with time. 
  
One section after another was cut out, hemmed, marked and put aside. We cannot express in numbers how many metres we slid across the room on our hands and knees during the process.



 Top panels, one a template, the other already cut out


The top two triangles were again a challenge. We lacked the reference points that Arne mentions in his method. We solved the problem geometrically using measurements from the designer's plans. Now all the sail sections were cut out and some of the most difficult work began, in that, we were by now short of material and the batten pockets still had to be manufactured. The only solution was to put all the small off-cut pieces together like a puzzle until adequate length was obtained to make a batten pocket.



Batten pocket off-cut puzzle with two battens to gauge length.


We became a good team, with both marking and cutting, as well as feeding the large fabric parts through the machine.
At the beginning the parts to be sewn were relatively small, but with each added section it became more difficult to feed the fabric through the sewing machine. It was critical to reduce the drag of the material across the sewing table so as to avoid short stitching. There were frustrations, going off track and having to unpick and restitch or sewing beautifully for half a metre or more with the lower bobbin empty of thread.
We slowly assembled a sail by joining the parallelogram panels from the bottom up. After 2 sections were joined, the batten pocket was sewn onto the seam. So the sail slowly grew in size and weight. The two triangular panels were joined, then joined to the five paneled parallelogram part of the sail. First we sewed the somewhat smaller headsail and then the main sail.


Renate finishing a seam. Note the improved joining seam by her left hand.


We completely ran out of material on the main sail. We were still missing 3 batten pockets. Importing more material into Mexico was too daunting and time consuming. An alternative solution had to be found. With the help of a Marina employee, we were able to find a company in another Mexican state that was selling a“sunbrella” type of material . So we ordered enough material to finish the batten pockets for the main sail and manufacture our planned Dodger (weather protection for entry into the boat).
When all sail parts were assembled, the edges of each entire sail was sewn with webbing for strength. Loops were attached to fix the sails to the spars and to secure the battens. Renate's artistic talent came to fore. She designed and made a 'Taiko' icon from scraps of white material, these were then sewn to the lower triangle on both sides of each sail. We think it rather stylish.



The finished fore sail, flaked down with camber visible along the batten pockets.


The sails were brought on board along with the freshly painted battens and the process of dressing the masts began. The sails was hoisted on the mast panel by panel. We, the crew, and onlookers were surprised at how good the sails looked even though it was obvious the more work would be required. Fortunately while dressing the masts there was very little wind.



The Capt'n is looking skeptically at the sails. The diagonal creases in the sails were not pleasing. Photo also shows dodger frame with provisional pattern attached. 


The Capt'n was not happy. It took a long time to try and test the sails to find out how we can get rid of the diagonal creases in the sails.
Here the error of using mixed methods manifested itself. The upper triangular section made from the designer's original plans did not 'peak up' the parallelogram panels made to Arne's method sufficiently, causing the battens to droop too much, thereby creasing the panels. It was determined by experiment that the triangular section of each sail had to be shortened by 750mm. So the sails had to be removed again and a good piece cut out of each sail.



The sail with the cut out section in the lower part of the picture.


The modification was a success, the creases disappeared.

In the meantime we have sailed quite a bit with the new sails. They pull well and we make good progress, especially in light winds. The Capt'n is still not 100% satisfied and plans to have split sheeting to control sail twist. That is, a sheet for the upper panels and one for lower panels. The fore sail deck blocks will be shifted aft to get a better angle and to better accommodate the dinghy when it is on deck.
It's amazing how many other sailors come by and say how impressed they are with our sails and how much they like them. It is hard to believe that we made them ourselves. It makes us a little proud of our Taiko. 



Approaching the Anchorage at San Everisto







Wednesday, 6 May 2020

Segelmacher Story

eigentlich wollten wir schon Ende Februar unseren Bericht über die Erstellung der Segel erzählen, aber genau genommen ist der Prozess immer noch nicht abgeschlossen. 

Als wir unser Boot in Porte Escondido in der Baja California Sur übernommen haben, hatte es flach geschnittene Segel, die nicht gut gezogen haben. Dies war ein Grund, warum das Schiff sich nur langsam fortbewegte. Wir wussten schon in NZ, dass wir langfristig gewölbte „cambered“ Segel wollten.

Die Marina in Guaymas war ein idealer Platz, dieses Projekt in Angriff zu nehmen. Sie stellten uns einen großen Raum zur Verfügung, indem wir arbeiten konnten.
Schon auf unseren Einkaufstrip in die Staaten haben wir das Material bestellt, dass nach Mexiko in die Marina geliefert werden sollte. Das Material, „Top Gun 9“ ist ein Vinyl beschichtetes Sonnen resistentes Leinen, das sich schon bei Tystie's Segel bewährt hatte. Bei einer Breite von 1,3 m bestellten wir 45 Meter in rot und 23m in Weiß. 

Wir warteten lange auf die Lieferung. Letztendlich erfuhren wir, dass das Paket nicht ausgeliefert werden konnten, weil man in Mexiko eine spezielle Lizenz braucht, um Textilien zu importieren. Da wir dies aber nicht haben, wurde die Sendung kurzerhand wieder zurück geschickt. Wir brauchten Wochen, um eine andere Möglichkeit zu finden, das Material nach Guaymas zu transportieren. Glücklicherweise erfuhren wir von einer Frau, die oft zwischen Tucson und Guaymas mit dem Auto pendelt, Seglern Pakete zuzustellen. Diese Option haben wir mehrmals in Anspruch genommen. und waren jedes Mal sehr glücklich, als wir endlich die Sachen in Empfang nehmen konnten. Auf diesem Wege bekamen wir außer dem Segelmaterial auch die Sailrite, die Salontische und unseren Wassermacher.

Wir studierten die Anleitung, „ a DIY guide to rigging a boat with cambered panel sails“, die wir von der JRA „Jung Rig Association“ Website runter geladen hatten. Das waren schon einige Seiten, die da durchgearbeitet werden mussten.
Wir nahmen verschiedene Messungen vom existierenden Segel vor, z.B. Länge und Abstand der Latten, Länge der Masten, usw.
Dann wagte sich Martin an die Kalkulationen der verschieden Panels/Sektions. 



Hart konzentriert. Der Käpt'n beim Berechnen.


Um die Penels richtig aus dem Material zuschneiden brauchten wir etwas, dass wir als Schablone verwenden konnten. Es musste stabil genug sein und durfte sich nicht verziehen. Es ist nicht so einfach jemanden zu erklären, was man machen möchte, wenn man die Sprache nicht gut genug spricht und die andere Seite keine Ahnung davon hat, was du machen möchtest. Unsere „Jungs“ halfen uns etwas festeres Kartonpapier zu finden. Natürlich war das nicht groß genug und wir klebten die verschieden Blätter aneinander, um die Fläche zu erreichen, die wir benötigten. 



Das Kartonpapier wird zusammengefügt, um die Schablonen zu machen.


Dann konnten wir das erste Panel/Teil aufzeichnen. Doch welch ein Schreck, die Schablone war breiter als 1,3m vom Stoff. Es ging kein Weg daran vorbei wir mussten jede Bahn mit einer weiteren verbinden bevor wir das erste Teil ausschneiden konnten. Damit hatten wir nicht gerechnet. War es doch eine sehr zeitaufwendige Zusatzarbeit, die uns fast eine Woche kostete. Um nicht zu viel „off-cuts “ zu haben, nähten wir die Abschnitte mit der nächsten Bahn zusammen. 



Sektion Schablone auf dem zusammengefügt Stoff, fertig zum markieren und ausschneiden


So wurde eine Sektion nach der anderen ausgeschnitten, gesäumt, markiert und auf die Seite gelegt. Wir können gar nicht in Zahlen ausdrücken, wie viele Meter wir auf Knien durch den Raum gerutscht sind.


Obere Sektionen, eins als Schablone, das andere schon zugeschnitten.


Die oberen beiden Dreiecke waren dann nochmals eine Herausforderung. Uns fehlten die Referenzpunkte. Somit haben wir die Berechnung dann auf geometrische Weise gelöst. Nun waren alle großen Segelsektionen ausgeschnitten und die schwierigste Arbeit fing an. Die batten-pockets, also die Taschen, in denen die Latten liegen, mussten gefertigt werden. Da wir aber nun schon kaum mehr Tuch über hatten, haben wir all die kleinen Reststücke wie ein Puzzle zusammengefügt.



Lattentasche Puzzle mit zwei Latten zur Längenabschätzung. 


Wir wurden ein gutes Team, sowohl mit dem markieren und ausschneiden, wie auch die großen Stoffteile durch die Maschine zu füttern.
Am Anfang waren die Teile noch relative klein, aber mit jeder Sektion wurde es schwerer und schwieriger den Stoff durch die Nähmaschine zu führen. Das ein oder andere Mal sind wir aus der Spur geraten und mussten die Naht wieder auftrennen. Oder es lief gerade so gut und geradeaus und dann war der Faden zu Ende und der Unterfaden musste neu aufgespult werden.
So arbeiteten wir uns langsam vom untersten Panel nach oben. Nachdem 2 Sektionen zusammengefügt waren, wurde auf die Naht die Lattentasche genäht. So wuchs das Segel langsam zusammen. Zu erst nähten wir das etwas kleinere Vorsegel und dann das Hauptsegel.




Renate ist gerade mit einer Naht fertig. An ihrer linken Hand ist das zusammengefügt Material zu erkennen. 


Beim Hauptsegel ist uns dann doch das Material ausgegangen. Uns fehlten noch 3 Lattentaschen. Erneut musste eine Lösung gefunden werden. Mit der Hilfe von einer Marina Mitarbeiterin konnten wir eine Firma in einem anderen Bundesstaat ausfindig machen, die „sunbrella“ Persenning verkauften. Somit bestellten wir gleich genug Material, um auch unseren geplanten Dodger (Wetterschutz für den Eingang ins Boot) herzustellen.
Als alle Teile zusammengefügt waren, wurde das komplette Segel mit Gurtband umnäht. Schlaufen wurden angebracht, um das Segel am den Baum zu befestigen und die Latten zu sichern. Dann bekamen die Segel noch ihren ganz persönlichen Touch. Als Überraschung nähte Renate ein Icon auf das untere Dreieck. Das Segel brauchte einen Taiko. 


  
Fertiges Segel ausgebreitet. Die Wölbung ist an den Lattentasche und am unteren Ende zu erkennen.


Nun begann die Arbeit für Martin. Die Segel wurden an Bord gebracht und die frisch gemalten Latten in die Taschen befestigt. Panel für Panel wurde das Segel am Mast gehisst. Dafür hat Martin ruhiges Wetter abgewartet. Dann konnten alle die Segel am Mast bestaunen.



Der Capt'n betrachtet die Segel kritisch – Foto zeigt auch den Dodger Rahmen mit Template.



Aber der Capt'n war nicht glücklich. Es brauchte eine lange Zeit mit ausprobieren und ein Testsegeln um herauszufinden, wie wir die diagonalen Falten in den Segeln beseitigen können.
Die langen Seiten der Dreieck waren zu lang und ließen die Latten am Ende der Segel zu sehr hängen. Somit mussten die Segel wieder abgenommen werden und wir schnitten ein gutes Stück aus jedem Segel aus. 



Das abgenommene Segel mit dem ausgeschnittenen Teil im unteren Bild


Natürlich mussten wir dann die neue Form anpassen, aber es machte einen ordentlichen Unterschied.

Mittlerweile sind wir so einiges mit den den neuen Segeln gesegelt. Sie ziehen gut und wir machen auch bei leichtem Wind gute Fahrt. Der Capt'n ist immer noch nicht 100% zufrieden und plant am Hauptsegel eine zweite Leine zur Regulierung der Segel anzubringen. Auch am Vorsegel ist er dabei die Blöcke für die Regulierung zu versetzen, um einen besseren Winkel zu bekommen.
Es ist erstaunlich wie viele andere Segler bei uns vorbei kommen und sagen wie beeindruckt sie von unseren Segeln sind und wir gut sie ihnen gefallen. Sie können es dann gar nicht glauben, dass wir sie selbst genäht haben. Aber es macht uns jedes mal ein bisschen Stolz auf unsere Taiko. 



Einlaufen am Ankerplatz von San Everisto