Wednesday, 20 October 2021

Segeln in den Marquesas Inseln

 

 


Nachdem wir die raue Schönheit der Insel Nuku Hiva mit ihren archäologischen Stätten nebst ihren zahlreichen Tikis und ihren angenehmeren vertretbaren nördlichen Ankerplätzen genossen hatten, waren wir froh, Taiohae zu verlassen, um die anderen Marquesas-Inseln Ua Pou, Ua Huku, Hiva Oa, Tahuata und Fatu Hiva. 


Während wir die Stadt und die Leute von Taiohae sehr genossen haben, ist der Ankerplatz unserer Meinung nach schrecklich. Die Dünung des Pazifischen Ozeans, die ihren Weg in die Bucht findet, verursacht in Kombination mit den Fallwinden der hohen Gipfel der Insel einen unvorhersehbaren Schwell, der Getränke verschüttet und das Kochen zu einer unangenehmen Aufgabe macht. Darüber hinaus werden Dinghy-transfers und -landungen riskant. Beiboote, auch unseres, wurden durch den Wellengang gegen die Betonkaimauer beschädigt. Strandlandungen waren etwas besser, obwohl man der Gefahr des Kenterns in der Brandung mit den allgegenwärtigen Haien trotzen musste. Ich habe beim Rudern zum Strand versehentlich Haie mit unseren Ruderblättern getroffen. Die Haie schienen nicht aggressiv oder wütend zu sein, wenn sie von meinem Ruder geschlagen wurden.

Ein weiteres Problem besteht darin, dass die ständige Änderung der Position eines Bootes zum Wellengang dazu führt, dass sich Ankerketten verheddern, ihre Reichweite verkürzen oder ihre Anker herausziehen. Ein langfristig unbeaufsichtigtes Boot schleifte seinen Anker, trieb an Land und zerschellte an den Felsen. Die lokale Behörde zerlegte das Wrack und brachte es zur Deponie. Hier die unglückliche Yacht an Land; Beachten Sie das Rollen der Yacht im Vordergrund.


Taiko schleifte zweimal mit einer verhedderten Ankerkette, während wir hier waren. Zum Glück war jedes Mal jemand an Bord, sonst hätten wir vielleicht das gleiche Schicksal erlitten.


Vor unserer Ankunft in Französisch Polynesien wurden wir von den Behörden aufgefordert, in Nuku Hiva, der westlichsten Insel, der Marquesas einzuchecken, was bedeutete, dass die Besuche zu den anderen Inseln der Gruppe ein Segeln gegen die südöstlichen Passatwinde erforderte. Glücklicherweise hatten die Passatwinde zu dieser Zeit mehr östliche Tendenz und dies erlaubte uns, den größten Teil jeder Passage von Insel zu Insel mit nur einer Wende zu machen, vielleicht mit ein oder zwei Stunden Motorsegeln bei der Ankunft der nächsten Insel. Wir ziehen es vor, „Hart am Wind“ Passagen von mehr als 30 sm über Nacht zu machen, um sicherzustellen, dass wir bei Tageslicht an einem uns unbekannten Ort ankommen.

Bei unseren ersten Passage mit einem etwas östlich von Süden segelnd Kurs, hatten wir einen angenehmen Segeltag bei Sonnenschein von Taiohae zur Insel Ua Pou. Als wir in Hakahetau vor Anker gingen, genossen wir drei Tage lang den Komfort an Bord, einfache Landungen mit dem Beiboot und eine Gemeinschaft mitten im Festival. In ganz Polynesien wird 2 Wochen lang der französische Bastille Tag 14. Juli gefeiert.


Landschaft von Ua Pou

Vor zwanzig Jahren hatte Renate hier die Bekanntschaft eines ausgewanderten Deutschen gemacht, der eine hochrangige Ua Pou-Frau geheiratet hatte. Sie wollte die Bekanntschaft erneuern. In der Zwischenzeit hatte Manfred sich als „Manfred Schokomann“ neu erfunden, indem er aus Kakao, den er in der Beständigkeit seiner geliebten Buschverstecks anbaut, ausgezeichnete Schokolade herstellte. Ein Besuch bei Manfred war unsere erste Aktivität an Land. Es war eine angenehme Wanderung auf einer 4WD-Strecke durch den Busch zu Manfreds schönem, netzunabhängigen Zuhause. Umringt von vielen Katzen, Hunden und Hühnern wurde der Nachmittag in deutscher Konversation verbracht, während häufige Schokoladenproben verkostet wurden. Renate war froh, wieder ununterbrochen Deutsch zu sprechen; mir fällt es immer noch schwer, auf Deutsch viel zur Konversation beizutragen. Nachdem wir relativ viel Schokolade eingekauft hatten, machten wir uns mit einem Abstecher zu einen beeindruckenden Wasserfall auf den Rückweg zum Ankerplatz des Dorfes. Ua Pou ist ein wunderschöner Ort.

Da Schulferien und das Dorf im Festival-Modus waren, wurden die nächsten Tage an Land damit verbracht, sich unter die Einheimischen zu mischen, zu essen und zu trinken und Musik, Tanz und Liedern zu hören. Es war das erste Mal, dass wir lokalen Kontakt hatten. Einbezogen und Teil der Aktivitäten zu sein, haben wir sehr genossen. Es war schön zu sehen, wie die Dorfbewohner zusammenkamen, jung oder alt, männlich oder weiblich. Die Frauen tragen dort traditionelle bunte Blumenkronen, die meisten Männer spielten „Petanque“ und die Jugend hatte ihren Spaß im Wasser an der Bootsrampe.

 

 Nachts wurde die Pier mit einem großen Scheinwerfer beleuchtet, der auch das angrenzende Meerwasser erhellen. Die Beleuchtung zog verschiedene Arten von Meereslebewesen an, die eine Fütterungsmöglichkeit für Manta-Rochen boten. Es war faszinierend für uns, ihnen beim Fressen zuzusehen, wie sie langsam im Kreis schwammen oder besser gesagt ihre Loopings drehten.


Wir segelten die Westküste von Ua Pou entlang und besuchten einige andere Ankerplätze, drehten um, segelten zurück, um weiter östlich zum Hauptdorf Ua Pou, genannt Hakahau zu gelangen. Wir hatten das Glück, in Ufernähe ankern zu können, um vom Hauptpier etwas Schutz vor der Dünung zu erhalten. Bei unserem ersten Besuch an Land gingen wir zur kleinen Krankenstation, um uns nach der Möglichkeit einer Covid-Impfung zu erkundigen. ... Kein Problem, willkommen, nächste Woche, ...
Die Wartezeit wurde genutzt, um schöne Wanderungen zu unternehmen und das anhaltende lokale Fest mit traditionellen Tanzvorführungen zu genießen. Lebensmitteleinkauf und Wäsche waschen waren überfällige Aufgaben auf unserer To-Do-Liste. Da sich eine ganze Menge Schmutzwäsche, einschließlich Bettwäsche angesammelt hatte, wollten wir uns mit einem Wäscheservice verwöhnen lassen. Als wir die gewaschene, getrocknete und gefaltete Wäsche abholten, zuckten wir beide bei der Rechnung von NZ $ 28 / 17 € zusammen und beschlossen, die Wäsche an Bord öfter von Hand zu waschen.


 


Um einen besseren Segelwinkel für Hiva Oa zu bekommen, entschieden wir uns zuerst nach Ua Huka zu segeln, das 35 sm nordöstlich von Ua Po liegt. Bei einem normalen SE-Passatwind hatten wir berechnet, dass dies, da es kein „Hart am Wind“ Kurs ist, bei einem sehr frühen Start an einem Tag bei Tageslicht zu schaffen wäre. Aber wie so oft war der Wind nicht so stark wie erwartet und kam eher aus E. Außerdem hatten wir die West setzende Strömung völlig außer acht gelassen. Eine Ankunft bei Tageslicht schien weniger wahrscheinlich und wir dachten darüber nach, den Kurs zu ändern, um über Nacht direkt nach Hiva Oa zu segeln, wobei wir dann Ua Huka komplett aus lassen würden. Das Licht verblasste gerade, als wir die Baie de Vaipaee erreichten. Die Bucht hat eine sehr schmale V-Form und hatte Richtfeuer, so wir versuchten unser Glück. Wir liefen in völliger Dunkelheit mit Hilfe der elektronischen Seekarten ein und benutzten einen Scheinwerfer, um nach anderen Booten in unserer Nähe Ausschau zu halten und unsere Position zu den, von Brandung dröhnenden Felsen an der Küste abzuschätzen. Unnötig zu erwähnen, dass mir diese Situation große Angst bereitet hat. Abgesehen von einigen lokalen Fischerbooten an ihren Bojen war die Bucht leer und wir konnten sicher für die Nacht ankern.


Der Landausflug am nächsten Tag begann mit einer schwierigen Landung mit viel Wellengang an der Betonpier. Wir wanderten eine Weile, fuhren ein Stück per Anhalter und landeten in einem Arboretum, das Mangos verschiedener Sorten versuchsweise züchteten. Wir bekamen eine Führung durch das Anwesen, die das Geschenk einer großen Tüte mit Proben für unsere Weiterreise beinhaltete. Ua Huka ist berühmt für sein Ziegenfleisch, da es viele wilde Ziegen auf der Insel gibt. Ich hatte Lust auf ein Ziegencurry aus Freilandhaltung, also machten wir uns daran, etwas zu kaufen. Wir hielten in dem kleinen Laden in der Nähe unseres Ankerplatzes an, in der Hoffnung, dort etwas kaufen zu können. Leider war kein Ziegenfleisch in den Regalen. Es scheint, dass ernsthafte Maßnahmen zur Kontrolle der Ziegenpopulation das Fleischangebot eingeschränkt haben. Ich begann mit dem Ladenbesitzer auf Französisch zu plaudern und wir sprach über Neuseeland, die All Blacks und über sein Wakapapa (Familiengeschichte), zu dem auch das Erbe von Pakeha NZ gehörte. Plötzlich schenkten sie uns eine ganze gefrorene Ziegenkeule aus dem familieneigenen Gefrierschrank. Wir waren sehr überrascht und überreichten ihm einen All Black Pin für seinen Hut und ein kleines Kosmetikgeschenk für seine Frau.

Wir haben diesen Ausflug sehr genossen, waren aber glücklich, zum Boot zurückzukehren. Als ich mich in den steilen Hügeln dieser schmalen V-förmigen Bucht umschaute, fühlte ich mich dort plötzlich nicht mehr wohl. Daher entschieden wir uns, den Anker zu lichten und gleich zu einer Nachtfahrt nach Hiva Oa aufzubrechen.


 

Wir segelten sehr hart am Wind und opferten ein wenig Geschwindigkeit für die Distanz zum Wetter. Kurz nach Einbruch der Dunkelheit hatte der Wind südwärts gedreht und wir konnten unseren Kurs nicht mehr halten. Am frühen Morgen hatten wir einen besseren Winkel, konnten den Kurs aber immer noch nicht direkt anlegen. Vor dem Morgengrauen war einiges Reffen notwendig, um den Böen gerecht zu werden, danach sank der Wind auf magere 5 kn. Am späten Vormittag gingen wir auf der Nordseite von Hiva Oa vor Anker, nachdem wir in 17Std. 70 sm hart am Wind gesegelt waren.
Auf der Nordseite von Hiva Oa besuchten wir einige gut geschützte Ankerplätze und hatten einige gute Wanderungen.

Auch eine Rumpfreinigung stand auf der To-Do-Liste. Die Verschmutzung war nicht so schlimm, hauptsächlich Schleim. Der Rumpf von Taiko unter der Wasserlinie ist recht einfach zu reinigen. Wir verwenden Glas-Hebe-Saugnäpfe, die eine enorme Hilfe sind und uns viel Energieaufwand sparen. Wenn ich ihn etwa eine Armlänge unterhalb der Wasserlinie platziere, knapp über dem Rumpfseitenteil, kann ich bis zur Unterseite des Kiels langen. Außerdem kann ich meinen Auftrieb nutzen, um mich an Ort und Stelle zu halten, indem ich meinen Körper im rechten Winkel zwischen der flachen Unterseite des Dory-Rumpfs (Taiko ist ein Flachboden Bau) und dem Kiel verkeile. Wenn Renate mir hilft, sind wir in etwa einer Stunde fertig.
 
Nach dem schlechten Ankererlebnis mit dem reiten auf der Dünung in Taioahe/Nuku Hiva übersprangen wir Atuona, den Hauptort von Hiva Oa, der einen ebenso schlechten oder schlechteren Ruf hat, und segelten direkt nach Tahuata, der kleinen Insel im Südwesten von Hiva Oa.


Hier kamen wir mit einigen Einheimischen in Kontakt, die wir zum ersten Mal an Land der Baie Hanamoenoa, einer ruhigen unbewohnten Bucht mit einem schönen Sandstrand, trafen. Wir baten sie um Erlaubnis, herumlaufen zu dürfen. Sie begrüßten uns und luden uns ein, Mangos, Limetten und Grapefruit zu pflücken. Die Einheimischen kamen mit dem Boot vom Hauptort, um Limetten zu ernten, um sie nach Papeete zu verschiffen. Am frühen Morgen hatten wir zwei Gewehrschüsse gehört. Als wir am Strand ankamen, warteten zwei Ziegenkadaver auf die Schlachtung. Die Männer häuteten und nahmen die Ziegen geschickt aus, dann gaben uns eine ganze Hinterhand. Bevor sie aufbrachen, besuchten sie Taiko am Anker, um mein selbstgebrautes Bier zu probieren. Ich bin vorsichtig, Inselbewohnern Alkohol zu geben. Nachdem sie jedoch einen Liter Bier zwischen ihnen und uns geteilt hatten, lehnten sie mehr ab und sagten, es gebe noch Arbeit. Ich hätte mir keine Sorgen machen müssen.


Nachdem wir von unseren Gästen eine Einladung zum Hauptort bekommen hatten, lichteten wir am nächsten Tag den Anker und segelten mit einer Höchstgeschwindigkeit von 6,9 kt die 3 sm in kürzester Zeit. Dort brach sich die Dünung an der Küste und der Kai war von dem Versorgungsboot besetzt. Wir haben unseren Besuch auf den nächsten Tag verschoben.
Als wir zum Kai ruderten, war klar, dass eine sehr starke Welle die Landung schwierig machen würde. Es wurde uns empfohlen, die Leiter am küstennahen Ende des Kais zu benutzen, was ein kluger Rat zu sein schien. Das Manövrieren unter Rudern in der Dünung und Brandung am Fuß der Leiter verlief zunächst gut und wir schafften es, unseren Rucksack und die Dinghyleine den Helfern am Kai zu übergeben. Während wir weiter darum kämpften, die Leiter zu erklimmen, kam mir der Gedanke, dass dies nicht gut enden könnte. Plötzlich, als ob der bloße Gedanke sie herbeigerufen hätte, prallte eine größere Welle von den angrenzenden Felsen ab und zwang uns, das Beiboot zu trimmen, damit wir nicht überschwemmt wurden. Dies versetzte uns mit Schräglage aus der Position zur ankommenden Dünung. Die nächste Welle brach über die Steuerbordseite des Dinghys, überschwemmte die Seite und kenterte uns. Es war eine dieser Fehlerkomödien, die in Zeitlupe zu passieren scheinen, aber nicht verhindert werden können. Renate lachte lauthals, während sie herumschwamm und verschiedene Gegenstände rettete, die aus dem Beiboot verschüttet worden waren. Inzwischen kletterte ich aus dem Wasser und hob das Beiboot so weit ich konnte an seiner Leine an. Noch im Wasser drehte Renate das Heck des Beibootes so, dass es mit der richtigen Seite nach oben schwamm und sich nur noch sehr wenig Wasser darin befand. Ich glaube, wir hatten Glück, dass wir weder verletzt wurden noch einen einzigen Gegenstand verloren haben.

Am Ende mussten wir das Beiboot aus dem Wasser heben, um es vor Schaden zu bewahren. Zum Glück waren viele starke Polynesier am Pier, um uns zu helfen. Im Haus unserer neuen Freunde erholten wir uns von unserem Abenteuer mit einer Außendusche, um das Salz von Körper und Kleidung zu spülen, einer warmen Mahlzeit und auch etwas Obst zum „mit nach Hause nehmen“. Wir haben uns kurz in dem Ort umgesehen und in der einzigen Bar am Platz ein Bier getrunken, um das Internet zu nutzen.

Ich freute mich nicht auf die Rückfahrt zum Boot. Tatsächlich war der Wellengang jetzt so stark, dass es nicht so aussah, als könnten wir das Dinghy zu Wasser lassen, geschweige denn einsteigen und los-rudern. Dieselben tapferen polynesischen Männer standen bereit, um das Beiboot ins Wasser zu lassen. Während das Dinghy nach danach wie ein Rodeo-Pferd bockte, kletterte Renate flink an Bord, um im Heck Platz zu nehmen. Ihr Gewicht im Heck verstärkte die Bewegung des Bugteils, wo ich zum Rudern sitze. Es erwies sich als schwierig für mich, das Beiboot zu besteigen. Plötzlich fand ich mich in den Armen eines Polynesiers wieder, der mich schlicht und einfach ins Boot setzte. Ich wiege 82 kg voll bekleidet! Als ich davon ruderte, dachte ich darüber nach, dass dies die Leute sind, die man in einer solchen schwierigen Situation braucht.
 
Einen Tag später trafen wir auf einem Katamaran ein holländisches Ehepaar, das uns mitteilte, dass es weiter südlich ein sehr böses Tiefdrucksystem gegeben habe, das riesige Dünungen nach Französisch-Polynesien gebracht habe. Einige Atolle in den Tuamotus berichteten von 8m-Wellen, die einige Motus vollständig überspülten.
 

 

Der nächste Ankerplatz Baie Hapatoni war noch von dieser Wetterlage betroffen und wir blieben einen Tag an Bord. Wir lernten die Crew des holländischen Bootes „ZwerfCat“ Ilona, Frans und Ank (Frans’ Mutter) kennen, um gemeinsam zu essen, das selbstgebraute Bier jedes Bootes zu probieren und Musik zu spielen. Am Sonntag gesellte sich Renate mit der ZwerfCat-Crew zum Gottesdienst. Da ich in katholischen Schulen gearbeitet habe, hatte ich genug Kirche für zwei Leben und blieb so an Bord. Nach der Kirche wurden sie zum Essen im Haus des örtlichen Schnitzers eingeladen und kamen mit einem schönen Bündel Bananen zurück. Als sich tags drauf die Wetterlage beruhigte, ruderten wir in den kleinen, aber sehr geschützten Hafen dieses Dorfes, um den Schnitzer noch einmal zu besuchen. Seine Arbeit war ausgezeichnet. Wir haben einige seiner Kunstwerke gekauft.

 

Der nächste Schritt unserer Reise war wieder eine Nachtfahrt, diesmal nach Fatu Hiva, der südlichsten Insel der Marquesas-Gruppe. Als wir am späten Nachmittag die Insel Tahuata verließen, kam der Wind aus ESE und kam über die hohen Gipfel der Insel, um uns „schlechte Luft“ (Windrichtung und Stärke lassen sich nicht vorbestimmten) zu geben, die eine Handsteuerung erforderlich machte. Ein plötzlicher tropischer Regenguss, typisch für die Marquesas, ließ Renate unter Deck verschwinden. Renate bevorzugt „blaue“ Jobs gegenüber „rosa“ Jobs. Daher muss ich schlussfolgern, dass die Ruderwache bei strömendem Regen ein „rosa“ Job sein muss, denn sie geht bei unangenehmem Wetter immer gerne nach unten. Zwei Stunden später war Moni, unsere Windfahne, eingestellt und wir segelten glücklich mit einem Riff in jedem Segel. Die Nacht verlief ereignislos, abgesehen davon, dass unser wassergekühlter Kühl- und Gefrierschrank eine Art Luftsperre oder eine Blockage entwickelte, die den Kompressor funktionsunfähig machte. Dies ist ein „blauer“ Job, über den ich gerne sage, dass Renate eine gute Routine entwickelt hat, um das Problem zu lösen. Ich hasse das verdammte Ding und bevorzuge viel rosafarbene Pflicht in der Kombüse! Im Morgengrauen war der Ankerplatz bei Fatu Hiva in Sicht. Was für eine schöne Überraschung, die Landschaft sah sehr vielversprechend aus. Ein weiterer schwerer Regenguss begrüßte uns, als wir vor Anker gingen. Nach einem herzhaften Frühstück kam die Sonne heraus und eröffnete einen wunderschönen Blick auf die Hanavave-Bucht.




Der Ankerplatz in Hanavave gilt als der meistfotografierte Ankerplatz in der Yachtpresse und jeder, der dort war, wird sagen, dass dies aus gutem Grund so ist. Wir ruderten in Richtung Ufer in einen schön geschützten kleinen Bootshafen, der uns eine bequeme Beibootlandung ermöglichte. Renate erwähnte, dass all diese einfachen Anlandungen vor 20 Jahren nicht existierten. 

 

Uns gefiel, was wir sahen, als wir durch das Dorf gingen und wir beschlossen, mehr von der Insel als nur ihre Siedlungen zu sehen. Aus diesem Grund haben wir mit einem der Einheimischen verhandelt uns mit seinem „Tinnie“(Aluminumdinghy), die 3,5-sm-Strecke nach Omoa, das südliche und einzige andere Dorf der Insel zu bringen, damit wir entlang des Bergrückens der Insel zurückwandern konnten. Es war ein ausgezeichneter Tag. Wir sind vier Stunden über die steilen Hügel gelaufen, hatten eine hervorragende Aussicht und ein angenehmes Workouts. Unser Ankerplatz sah von oben so hübsch aus und unser Boot so winzig.



Da uns Bewusst war, dass dies für eine Weile die letzte Insel sein würde, auf der längere Wanderungen möglich waren, nutzten wir jede Gelegenheit, um mehr von der Insel zu erkunden. Die üppige grüne Vegetation hat uns fasziniert. Besonders gefallen hat Renate die großen regenschirmartigen Blätter. Wir stapften durch abenteuerliches Gelände zum Wasserfall, wo einige Stellen steil genug waren, um Edelstahlkabel im neuseeländischen Stil zu benötigen, um die Wanderer zu unterstützen.

Als sich der August dem Ende zuneigte, war es an der Zeit, die Marquesas zu verlassen und nach Westen zu den Tuamotus zu fahren. Wir wussten, dass die Tuamotus als Atolle karge Böden und wenig Niederschlag haben und daher keine Obstbäume. Wir haben uns mit so vielen Grapefruits und Limetten eingedeckt, wie wir durch den Handel mit Angelausrüstung und alten Seilen bekommen konnten. Zufrieden mit unserem Handel gingen wir zurück zum Boot, um unseren letzten Sundowner an diesem besonderen Ankerplatz zu genießen.





Cruising in the Marquesas

Taiohae / Nuku Hiva

Having enjoyed the rugged beauty of the Island of Nuku Hiva, with its archaeological sites with numerous tikis and its more pleasant tenable northern anchorages, we were glad to be leaving Taiohae to explore the other Marquesas Islands of Ua Pou, Ua Huku, Hiva Oa, Tahuata and Fatu Hiva. 

While the town and people of Taiohae were much enjoyed, the anchorage was, in our opinion, awful. The Pacific ocean swell that finds its way into the bay which, when combined with the williwaws from the island’s high peaks, causes an unpredictably roly anchorage that spills drinks and makes cooking an unpleasant chore. Furthermore, dinghy transfers and landings become perilous. 

Dinghies, including ours, were damaged in the swell against the concrete wharf. Beach landings were slightly better though one had to brave the threat of capsize in surf with the ever present sharks. I accidentally struck sharks with our oar blades while rowing to the beach. The sharks didn’t seem to be aggressive or enraged by being struck with an oar. Another problem here is that a boat’s constant change of attitude to the swell causing anchor chains to twist up, shortening their scope or fouling their anchors. An long-term unattended boat dragged its anchor, drifted ashore, and was wrecked on the rocks. The council broke up the wreck and took it to the dump.
Here the unfortunate yacht ashore; note the rolling of the yacht in the foreground.

 

Taiko dragged twice with a fouled anchor while we were here. Fortunately each time there was someone on board, otherwise we might have suffered the same fate.

Prior to arrival we were required by authorities to clear in to the Marquesas at Nuku Hiva, the most western Island, which meant that a cruise to the other islands in the group would involve sailing against the SE trade winds. Fortunately the trade winds had more east in them at this time and this allowed us to make most of each passage form island to island on one tack, perhaps with an hour or two of motor-sailing on arrival at the island. We prefer to make windward passages of more than 30nm overnight to ensure that we arrive in a place unknown to us in daylight.

Sailing a little east of south on our first passage we had a pleasant day sail in sunshine from Taiohae to the island of Ua Pou. Anchoring, at Hakahetau for three days, we enjoyed comfort aboard, easy dinghy landings and a community in the throes of festival. Each year whole of Polynesia celebrates the French Bastille day (14.July) for two weeks.


Landscape of Ua Pou

Twenty years ago Renate had made here the acquaintance of an expatriate German man who had married a high ranking Ua Pou woman. She was keen to renew the acquaintance. In the intervening years Manfred had reinvented himself as ‘Manfred Schokomann’ by making excellent chocolate from cocoa that he grows in the fastness of his bush lair. A visit to Manfred’s place was our first activity ashore. It was an enjoyable tramp along a 4WD track, through the bush, to Manfred’s lovely off-grid home. Surrounded by large numbers of cats, dogs, and chickens the afternoon was spent in German conversation while tasting frequent samples of chocolate. Renate was happy to speak uninterrupted German again; though I still find it difficult to contribute much conversationally in German. After making relatively large purchase of chocolate we made the return tramp to the village anchorage via an impressive waterfall. Ua Pou is a beautiful place.

 

With the school holidays and the village being in festival mode the next few days were spent ashore mixing with the locals eating and drinking and listening to music, dance and songs. It was the first time, we had some local contact and we enjoyed being included and part of the activities. It was nice to see the villager coming together, young or old, male of female. The women wear there traditional colourful flower crown, most men played “petanque” and the youth had their fun in the water at the launching ramp.



At night time the pier was lit with a big spot light, which also lit the adjacent sea water as well. The illumination attracted various forms of sea life that created a feeding opportunity for manta rays. It was fascinating for us to watch them as they fed, swimming in slow loops.


We sailed down the West coast of Ua Pou and visited some other anchorages, turning around, we sailed back and further east to the main village of Ua Pou, named Hakahau. We had the luck to anchor close to shore, to gain some swell protection from the main pier. On our first visit to shore we went to the medical centre to ask about the possibility of being vaccinated for covid. ... No problem, welcome, next week, ...

The waiting time was used to do some nice hikes and enjoy the continuing local festivity that included traditional dance performances. Grocery shopping and laundry were over due chores on our to do list. We thought to indulge our selves by using a laundry service, there was quite a load, that included bed sheets. When we picked up the washed, dried and folded laundry, we both winced at the bill of NZ $ 28 / 17 and resolved to hand wash laundry on board, little and often.



To get a better windward sailing angle for Hiva Oa we decided first to sail to Ua Huka , which is 35nm NE from Ua Po. With a normal SE trade wind we calculated we could do this in daylight in one day, given a very early start. But as so often happens, the wind was not as strong as expected and came more from the E. We failed to consider the west setting current. A daylight arrival began to look less than likely and we began to consider altering course to sail over night directly to Hiva Oa, missing Ua Huka completely. The light was fading just when we arrived the Baie de Vaipaee. The Bay is a very narrow V shape and it had leading lights. We entered in complete darkness with help of the electronic charts and the spot light to check for other boats and our proximity to the shore line rocks which were booming with surf. Needless to say, this situation caused me great angst. Other than some local fishing boats at their moorings the bay was empty and we were able to anchor safely for the night.

The next day’s shore excursion began with a difficult landing, in much surge, at the concrete wharf. We walked and hitch-hiked for a while and ended up at an arboretum, that had Mangoes of many varieties. We were given a tour of the property which included the gift of a large bag of samples for our onward journey. Ua Huka is famous for it’s goat meat due to the large numbers of feral goats on the island. I had a hankering for some free range goat curry so we set about attempting to purchase some. We called at the small store close to our anchorage hoping to make a purchase. Unfortunately there was no goat meat for sale. It seems that serious measures to control the goat population have limited the suplly of meat. I started chatting with the store owner in French, talking about NZ, the All Blacks and of his whakapapa which included pakeha NZ heritage. Suddenly, they gifted us a whole frozen leg of goat out of their family freezer. We where very surprised and presented him an All Black Pin for his hat and a small present of cosmetics for his wife.

We enjoyed this outing very much but where happy to came back to the boat. Looking around the steep hills of this narrow V shape bay all of a sudden I didn’t feel comfortable there any more. Therefore we decided to lift anchor and leave straight away on an overnight trip to Hiva Oa.



 

We sailed tight, sacrificing a little speed for distance to weather. Just after dark the wind had veered southward and we were no longer laying our course. By early morning we had a better angle but were still unable to lay the course. Before dawn there was some reefing necessary to accommodate squalls, after which, the wind dropped to a meagre 5 kn. In the late morning we dropped anchor on the north side of Hiva Oa after sailing 70nm to weather in 17h.

On Hiva Oa’s north side we visited some well protected anchorages and had some good hiking.

A hull clean was on the ‘to do’ list as well. The fouling was not too bad, mostly slime. Taiko’s hull below the waterline is quite easy to clean. We use glaziers’ lever action suction cups which are an enormous help and save us a lot of energy. Placing it about an arm’s length down the waterline, just above the chine, I’m able to reach down to the bottom of the keel. Additionally, I can use my buoyancy to hold me in place by wedging my body in the right angle between the flat bottom of the dory hull and the keel. If Renate is helping me we are done in about an hour.

After the bad anchor experience of swell ridden Taioahe in Nuku Hiva we skipped Atuona, the main village of Hiva Oa, which has a reputation that is just as bad or worse, and sailed straight to Tahuata, the little Island SW of Hiva Oa.


Here we came in contact with some locals that we first met on shore at Baie Hanamoenoa, a calm uninhabited bay with a nice sandy beach. We asked them for permission to walk around. They welcomed us to and invited us to pic Mangoes, Limes and Grapefruit. The locals came from the main village by boat to harvest limes to ship to Papeete. Early that morning we had heard two rifle shots. On our arrival at the beach there were two goat carcases awaiting butchery. The men skilfully butchered the goats and gave us a whole hind quarter. Before leaving, they visited Taiko at anchor, being keen to sample my home brewed beer. I am wary of giving alcohol to islanders. However, after sharing a litre of beer among them and ourselves, they declined more saying there was work to be done. I need not have worried.

After we received an invitation to visit our guests in there main village, we lifted anchor next day and sailed the 3 nm with top speed of 6.9 kt in no time. There where some swell breaking at the shoreline and the quay was occupied by the supply boat. We postponed our visit to the next day.

As rowed towards the quay it was obvious that a very strong surge was going to make this a difficult landing. It was recommended to us that we use the ladder at the inshore end of the quay, which seemed to be sage advice. Manoeuvring under oars in the swell and surge at the foot of the ladder went well to begin with and we managed to hand up our back pack and dinghy painter to helping hands on the quay. As we continued to struggle to gain the ladder it occurred to me that this might not end well. Suddenly, as though the very thought had summoned it, a larger wave rebounded from the adjacent rocks forcing us to trim the dinghy so that we were not inundated. This put us out of phase, with gunnel down, to the incoming swell. The next wave broke over the starboard side of the dinghy, inundating and capsizing us. It was one of those comedy of errors that seem to happen in slow motion yet cannot be prevented. Renate roar with laughter while swimming around rescuing sundry items that had spilled out of the dinghy. Meanwhile I climbed out of the water and lifted the dinghy as far as I could on its painter. While still in the water Renate spun the dinghy’s stern so that it was right side up with very little water remaining in it. I think we where lucky that we were neither hurt nor lost a single item.

In the end we needed to lift the dinghy out of the water to keep it from harm. Luckily there were plenty of strong Polynesians at the pier to give us a hand. At the house of our new friends we recovered from our adventure with an out door shower to flush the salt off our body and clothes, a warm meal and as well some fruit to take home. We had a short look around the village, drank a beer at the only bar in town in order to use their internet.

I wasn’t looking forward to the return trip back to boat. In fact, the swell was now so bad that it didn’t look as though we would be able to even launch the dinghy, let alone board it and row away. The same stalwart Polynesian men were on hand to help launch the dinghy. While the dinghy was bucking like a rodeo horse after launching Renate nimbly climbed aboard to sit in the stern. Her weight in the stern amplified the movement of the bow section where I sit to row. It was proving difficult for me to board the dinghy. Suddenly I found myself in the arms of a Polynesian man to be deposited in the dinghy. I weigh 82 kg fully clothed! As I rowed away I contemplated that these are the people one would want about one in a tight spot.

A day later we met a Dutch couple on a catamaran who informed us, that there had been a very nasty low pressure system further south which brought huge swells to French Polynesia. Some atolls in the Tuamotus reported 8m waves washing over a few motus completely.

The next anchorage Baie Hapatoni was still effected by this weather condition and we stayed on board for a day. We got to know the crew of the Dutch Boat “ZwerfCat” Ilona, Frans, and Ank (Frans’ Mum) to enjoy eating together, tasting each boat’s home brewed beer and playing music. On Sunday Renate joined ZwerfCat crew for church service. Having worked in Catholic schools I have had enough church to last me two lifetimes and so remained on board. After Church they were invited for a meal at the house of the local carver and came back with a nice bunch of bananas. When the weather situation settled we rowed into the little, but very protected, harbour of this village to visit the carver once more. His work was excellent. We purchased some of his art.


The next step in our journey was again an overnight sail, this time to Fatu Hiva, the southern Island of the Marquesas Group. When we left the Island of Tahuata in the late afternoon the wind was from the ESE, coming over the Island’s high peaks to give us ‘dirty air’ that made hand steering necessary. A sudden tropical downpour, typical of the Marquesas saw Renate disappear below deck. Renate prefers ‘blue’ jobs to ‘pink’ jobs. Therefore, I must conclude that keeping watch in the pouring rain must be a ‘pink’ job because she is always happy to go below in unpleasant weather. Two hours later Moni, the wind vane, was set and we happily sailed along with one reef in each sail. The night was uneventful apart from our water cooled fridge and freezer developing some kind of air lock or blockage that rendered the compressor inoperable. This is a ‘blue’ job about which I am happy to say that Renate has developed a set routine with which to overcome the problem. I hate the damned thing and much prefer ‘pink’ duty in the galley! At dawn the anchorage at Fatu Hiva was in sight. What a nice surprise, the landscape looked very promising. Another heavy downpour welcomed us as we anchored. After a hearty breakfast the sun came out to reveal a beautiful view of Hanavave Bay.


The anchorage at Hanavave is said to be the most photographed anchorage in the yachting press and anyone who has been there will tell you it is for good reason. We rowed towards the shore into a nicely protected small boat harbour that gave us a comfortable dinghy landing. Renate mentioned all this nice landings haven’t been there 20 years ago. 

On walking around the village we liked what we saw and resolved to see more of the island than just its settlements. That being the case, we negotiated with one of the locals to take us by ‘tinnie,’ the 3.5nm, to Omoa the southern and only other village of the island. This was so that we could walk back along the island’s mountain spine. It was an excellent day out. We walked for four hours over the steep hills, had excellent views and an enjoyable workout. Our anchorage looked so pretty from above and our boat so tiny.


Knowing this would be the last Island at which a lengthy tramp could be had we took every opportunity we could to explore more of the island. The lush green vegetation fascinated us. Renate particularly liked the large umbrella like leaves. We tramped to the waterfall through some steep country, where, some parts where steep enough to require NZ style stainless steel cables to assist trampers.



With August drawing to a close it was time to leave the Marquesas and head westwards to the Tuamotus. We knew, that the Tuamotus, being atolls, have poor soil and little rainfall and therefore no fruit trees. We stocked up with as many grapefruit and limes as we could get by trading with fishing gear and old rope. Happy with our trade, we went back to the boat to enjoy our last sun downer in this special anchorage.






 

Sunday, 25 July 2021

Pazifiküberquerung von Mexiko nach Französisch Polynesien

 

Mit dem Verlassen von Banderas Bay segelte Taiko in den Pazifik, um zunächst die 310 nm entfernten mexikanischen Revillagegido-Inseln auf Kurs 250T anzulaufen. Wir konnten den Kurs bei leichtem WNW Wind anlegen, aber es ging nur langsam voran und an unserm ersten Tag machten wir nur 65 sm. Die Windstärke variierte, war aber im Allgemeinen leicht. Unser Log hat nur vier Einträge, bei denen unsere Bootsgeschwindigkeit fünf Knoten erreichte. Der Wind drehte auch immer weiter westlich, bis es für uns unmöglich wurde, an unseren Kurs von 250T für die nördlichste Insel der Gruppe, Isla San Benedicto, festzuhalten. So legten wir einen südlicheren Kurs an, um stattdessen Isla Sorrocco anzusteuern. 


Vier Tage später lag der Anker in Braulie Bay, an der windgeschützten Südseite der Insel. Unser Plan war, auf den Revillagegidos einen Zwischenstopp einzulegen, um sicherzustellen, dass es uns beiden gut geht und wir uns nicht in letzter Minute in Mexico mit Covid 19 angesteckt hatten, bevor wir in die Weiten des Pazifik aufbrechen. Obwohl die Chance ziemlich gering wären, eine 300-sm-Segeltour zurück zum mexikanischen Festland zu überleben, wenn man schwerkrank ist. Zwei Tage wurden auf der Isla Sorrocco verbracht, um Fensterlecks zu reparieren und andere kleine Bootsarbeiten zu erledigen.
Zweihundert Meilen weiter westlich liegt die letzte der Revillagegido-Gruppe, Isla Clarion. Wie Isla Sorrocco hat es einen kleinen Stützpunkt der mexikanischen Marine an seiner Südküste. Am 29. April 2021 um 00:30 Uhr segelte Taiko bei gutem NNO-Wind in Richtung Isla Clarion. 36 Stunden lang ging es gut voran, bis der Wind nachließ und sich unsere Bootsgeschwindigkeit auf unter drei Knoten verlangsamte. Wir hielten unter Segeln aus, um um 10:30 Uhr im Windschatten der Insel unterhalb des kleinen Marinestützpunkts zu ankern. Wir nutzten die Möglichkeit, einige kleinere Änderungen an unsere r laufenden Takelage und den Steuerleinen an unserer Windfahnensteuerung vorzunehmen. 

Renate rief die Marine über UKW-Funk an und bat aus Höflichkeit um Erlaubnis, während der Ausführungen dieser kleinerer Reparaturen vor Anker zu bleiben. Streng genommen ist eine teures Permit/Genehmigung erforderlich, um diese Inselgruppe anzulaufen, um dort zu Ankern. Der Marineoffizier erteilte ohne zu zögern die Erlaubnis; Ich nehme an, sie haben Besseres zu tun, als Yachten nach Genehmigungen zu kontrollieren, die von Mexiko-Stadt ausgestellt wurden. Renate backte Brot und reinigte den Rohwasserfilter des Motors, während ich Plastikwasserrohre über Laufleinen zog, um die Reibung an den Masten zu reduzieren. Außerdem wurden die Umlenkrollen der Pendelruderleinen an der Windfahnenlenkung neu platziert, um Scheuern zu reduzieren. Einen Tag später, am 2. Mai, wurden die Segel bei einem starken NE-Wind gesetzt, der Taiko schnell in Richtung SW segeln ließ. Jetzt fühlte es sich wirklich an, dass wir auf dem Weg über den Pazifik sind, mit dem Ziel den Äquator zu überqueren. Es gab nun kein Land mehr zwischen uns und den Marquesas.

Bisher hatten wir sehr gutes Wetter, warm und komfortabel, und kein Salz- oder Regenwasser im Cockpit, was es uns ermöglichte, die meiste Zeit im Cockpit zu entspannen. Noch komfortabler wurde dies durch den Einsatz von zwei rechteckigen Sitzsäcken von Renate, einer Idee von der Yacht Boundless. Die Sitzsäcke passen sich dem Körper an und halten ihn, trotz der Bewegung des Bootes, an Ort und Stelle. Sie waren auch beim Schlafen in der Freiwache hilfreich. Durch das Einklemmen des Sitzsacks zwischen Körper und Leetuch war es möglich, sich zu entspannen, ohne sich gegen die Schiffsbewegungen abstützen zu müssen, wodurch man schneller in den Schlaf sinken konnte. In Ermangelung eines kardanisch aufgehängten Tisches wurde die Lebensqualität während der Fahrt durch Holzkeile, die unter Teller und Tassen gelegt wurden, um die Neigung des Schiffes nach Steuerbord auszugleichen, verbessert.


 

Die NE-Passatwinde bedeuteten schnelles Vorankommen in Richtung SW, bis wir auf etwa acht Grad nördlicher Breite bei Dunkelheit in schlechtes Wetter segelten; wir erlebten sintflutartige Regenfälle, Donner, Blitze und Wind aus Süden. Dies erforderte das Reffen und adjustieren der Segel und das Umstellen der Windfahnen-Steuerung, um den neuen Bedingungen gerecht zu werden. 

Taiko, als auch wir, waren durchnässt, innen und außen. Regenwasser floss rasend schnell über den Großmast in den Salon und unsere Dorade-Boxen wurden überflutet vom vielen Regen. Zwölf Stunden später besserte sich das Wetter und das Regenwasser wurde mit Schwämmen aus der Bilge entfernt. Seltsamerweise ist der Großmast niemals zuvor, noch seit diesem Vorfall an seiner Deckdurchführung undicht geworden. Hier, auf den Marquesas, wird dies bei starkem Regen regelmäßig getestet. In der ITCZ (Innertropisch Konvergenzzone) zu segeln, bedeutete auch mal zu motoren, um diverse Schlechtwetterzellen zu umschiffen. Für uns gab es mehrere solcher zu vermeiden, bevor wir die ITCZ ​verlassen konnten.
Während dieser kurzen Schlechtwetterperioden riss eine der Steuerleinen, die ich sorgfältig vom Pendelruder bis zur Pinne verlegt hatte, aufgrund des erhöhten Wellengangs bei schwererem Wetter. 

Taiko lief aus dem Kurs und wurde sofort beigedreht. Renate fädelte eine Ersatzleine ein, indem sie sich außenbords quer über den Monitor-Windfahnenrahmen legte. Sie war natürlich mit ihrem Sicherheitsgurt am Boot festgebunden, aber es kam mir prekär vor und es fühlte sich an, als würde ich „die Laterne halten, während meine Mutter Holz hackt“; Ich hielt tatsächlich die Laterne. Die unerschrockene Renate dachte sich nichts dabei und argumentierte, dass ich sie viel leichter aus dem Wasser ziehen könnte, als sie mich, falls was schief geht. Das Reißen der Steuerleinen war ein anhaltendes Problem. Es gab noch zwei weitere Ausfälle, wie das zuvor beschriebene, bevor das Problem dauerhaft gelöst war, indem beide Leinen durch Dyneema ersetzt wurden. Zum Glück hatten wir welche an Bord, die uns Mark von ‚Del Viento‘ geschenkt hat. Danke Kumpel!

Als wir aus der Schlechtwetterzelle herauskamen, drehte der Wind nach Süden und wir begannen die Wirkung des äquatorialen Gegenstroms zu spüren, der unserem Fortschritt in Richtung Südwesten entgegen stand. Die ECC setzte auf NE, was in Kombination mit einem Südwind für frustrierend langsames Vorankommen und sehr weite Wendewinkel sorgte. Einen Tag machten wir in 3 Stunden nur sechs Seemeilen gut. Es dauerte eine Woche, bis der Wind wieder auf SSE zurückkehrte und die Strömung uns aus dem Griff ließ. Dies war ungefähr bei drei Grad nördlicher Breite. 

Einen Tag später, bei etwa zwei Grad Nord, wussten wir, dass wir uns nun in den SE Passatwinden befanden. Zur großen Freude segelten wir bei mehr als 20 Knoten Wind und mit beiden Segeln im zweiten Reff in schneller und komfortabler Fahrt. Unsere Wachen und die Tage schluepften vorbei, während unsere Geschwindigkeit selten unter sechs Knoten fiel. Als Taiko in einer Woche tausend Meilen zurücklegte, war es endlich so, wie ich mir das immer vorgestellt hatte. Zu diesem Zeitpunkt der Reise waren keine Seevögel mehr zu sehen. Taiko war außerhalb der Reichweite der Fregattvögel und Tölpel gesegelt. Die Tölpel wurden am Anfang der Reise zu einer Plage, da sie gerne auf unseren Sonnenkollektoren und Radarkuppeln landeten und sich ausruhten. Sie an Bord zu haben ist kein Problem, ärgerlich ist nur, was sie zurücklassen. Ich entwickelte eine Technik, um sie zu einzuschüchtern, indem ich schnell hinter den Sonnenpaneelen auftauchte und den beleidigenden Vogel mit einem Schuh schlug.


Bei Annäherung an den Äquator bestand Renate darauf, dass ich vor Neptun mit Salzwasser getauft wurde. Da ich der alte grummelige Mann bin, der ich bin, muss ich zugeben, dass ich widerstrebend an der besagten Taufe teilgenommen habe. Als Belohnung gab es nach der Zeremonie zwei Flaschen feines deutsches Bier, das für diesen Anlass aufbewahrt und gekühlt worden war und von der Crew getrunken wurden.

 

Taiko segelte seit einiger Tagen mit einem am Vorsegel gebrochenen Block der steuerbord Lazy Jacks. Da diese beim Junk Rig auch als Dirk fungieren, konnte der Fuß des gerefften Segels nicht wie gewünscht eingezogen werden. Das was beunruhigend, da bei einem Dschunkensegel der Baum angehoben wird, um diesen parallel zu den gerefften Latten zu bringen, um beim Reffen sicher zu segeln. Bei stetigem Wind auf Steuerbord nutzten wir die Zeit, etwas gegen das Problem zu unternehmen. Nach Annie Hills Vorteilen eines Junk Rig Nummer Vierzehn kletterte Renate mühelos die Focksegellatten hoch, band sich am Mast fest und ersetzte den kaputten Block. Ich muss zugeben, dass ich dabei nicht unerhebliche Angstgefühle hatte, auch diesmal dachte sie sich nichts dabei.


Angeln von einer Yacht habe ich immer als nervenaufreibend empfunden, da sich Angelschnüre leicht mit laufender Takelage, Segeln, Propeller und Ruder verheddern können. Die Gefahr, dass ein großen Angelhaken, der in der Dünung herum schwingt, vielleicht jemanden ein Auge ausreißt, ist für mich ein unangenehme Vorstellung. Ich mag auch nicht das Blut, den Schleim und die Fischschuppen, die sich über mein Boot verteilen, wenn die arme Kreatur geschlachtet wird. Ich weiß, das ist sehr unmännlich, aber ich bin der Meinung, wenn man von einem Boot aus angeln möchte, sollte man sich besser ein Aluminumdinghy kaufen. Auf unseren letzten Hochseeüberfahrten von Neuseeland schienen nur riesige Fische an unseren Haken zu kommen, die zu groß für uns waren, zum Beispiel mehrmals ein Marlin, Hai oder Hundezahnthunfisch und einen riesigen Wahoo, den wir an eine Kanak-Familie verschenkten. Etwas in Pfannengröße zu fangen, ist für mich viel angemessener. Renate hat darauf bestanden, dass wir, wenn immer möglich, einen Köder hinter uns her ziehen, zu meiner Freude waren die Ergebnisse schlecht. Zwei jugendliche Dorado, die wir freigelassen haben und ein Bonito (roter Thunfisch). Den Bonito weigere ich mich zu essen und seine Filets schmachten noch im Gefrierschrank. Außerdem gehen bei unseren Angelversuchen in der Regel große Mengen Schnur und teure Köder verloren. Ich möchte es lieber vermeiden, es ist billiger, Fisch zu kaufen, wenn man es will. Aber wenn es notwendig ist, kümmere ich mich auch um die Angelrute.



 

 
Im Morgengrauen des 25. Mai war Nuku Hiva in Sicht. Renate war auf Freiwache und schlief, als wir die Insel ansteuerten und verpasste die Aufregung, das Land bei unserer Annäherung zu sehen, bis wir ganz nahe waren. Der Anker ging in Taiohae um 10.30 Uhr nieder. Genau das Datum und die Uhrzeit, die in unserem Antrag auf Genehmigung zum Segeln nach Nuku Hiva angegeben sind. Mehr Glück als gutes Management! Im Grossen und Ganzen war es eine gute Ozeanpassage mit sehr wenig schwierigen Bedingungen. Wir blieben per E-Mail über Winlink mit Wulf Henning in Kontakt, der uns mit Wetterinformationen versorgte. Wulf hat uns freundlicherweise das obige Bild zur Verfügung gestellt, das Taikos Track aus den ihm zugesandten Positionsberichten skizziert.


Bucht von Taiohae


Als wir bei den örtlichen Gendarmen eincheckten, stellten wir erschrocken fest, dass wir nur vier Tage zum Auftanken und Einkaufen hatten, danach sollten wir das Land verlassen. Merde! Wo können wir hin? Nach Neuseeland im Winter? Das war natürlich nicht die Schuld des unglücklichen Gendarms. Wir sprachen mit dem örtlichen Yachtagenten, der uns vorschlug, eine Verlängerung der 4 Tage-Aufenthaltserlaubnis zu beantragen, um Reparaturen durchzuführen. Ich tat dies sofort mit übertriebenen Ausschmückungen, obwohl das, was auf dem Antrag stand, nicht unwahr war. Die Aufenthaltsgenehmigung für Reparaturen kam mit ein paar Stunden Verspätung zurück aber wir durften den Ankerplatz nicht verlassen und mussten in Taiohae bleiben.


Unser Boot hatte vor dem Kauf zwölf Jahre lang ohne Wertschätzung in der mexikanischen Wüstensonne gelegen, was an einigen Gegenständen seinen Tribut gefordert hatte. Die von der Sonne beschädigte obere Kunststofflager der Monitor-Windfahne hatten schließlich aufgegeben und mussten ersetzt werden. Zum Glück hatte ich die Teile vorsorglich in Mexiko bestellt und an Bord gehabt. Das Auseinandernehmen eines federbelasteten, kniffligen Mechanismus über 10 m trübem Wasser mit einem 1.5m Schwell brachte mich zur Verzweiflung und führte zu vielen Kraftausdrücke. Zum Glück war unter der Moni(tor) ein Bettlaken gebunden, das erfolgreich dreimal ein wichtiges Teil davor bewahrte, in der Tiefe verloren zu gehen. 

Sowohl die Groß- als auch die Vorsegelrah mussten mit Glasfaser verstärkt werden. Für die Vorsegelrah war es das zweiten Mal. Beide Rahen, ebenfalls Opfer der Wüstensonne, wurden an Land unter einem Bootszelt repariert. Die Reparatur war unkompliziert, wenn auch zeitaufwendig. Die größte Schwierigkeit bestand darin, sie während des gesamten Prozesses trocken zu halten. Es ist Regenzeit hier in den Marquesas.

Nach einem Monat in Taiohae hatten wir genug von dem rollenden, regnerischen, Rumpf verschmutzenden Ankerplatz und umrundeten die Insel mit Halt in Controleur Bay, Anaho Bay, Hakaehu Bay und Marquesienne Bay. Alle Ankerplätze waren wesentlich bequemer als Taiohae und wir haben zur Abwechslung mal gut geschlafen. Interessanterweise hat die Insel an ihrer NW-Ecke einen Regenschatten, wo es trocken ist und die Sonne scheint. Super für die Solarladung.


Bucht von Hatiheu

Zurück in Taiohae haben wir endlich die lang ersehnte Erlaubnis erhalten, etwas länger in Französisch-Polynesien zu bleiben und andere Inseln anzulaufen. Wir verabschieden uns und sind bereit, zu anderen Inseln zu segeln. Unsere politischen und offiziellen Sorgen scheinen vorbei zu sein und wir können uns wieder den normalen Sorgen um Wetter, Navigation, Wasser, Treibstoff, Essen usw.