Wednesday, 6 May 2020

Segelmacher Story

eigentlich wollten wir schon Ende Februar unseren Bericht über die Erstellung der Segel erzählen, aber genau genommen ist der Prozess immer noch nicht abgeschlossen. 

Als wir unser Boot in Porte Escondido in der Baja California Sur übernommen haben, hatte es flach geschnittene Segel, die nicht gut gezogen haben. Dies war ein Grund, warum das Schiff sich nur langsam fortbewegte. Wir wussten schon in NZ, dass wir langfristig gewölbte „cambered“ Segel wollten.

Die Marina in Guaymas war ein idealer Platz, dieses Projekt in Angriff zu nehmen. Sie stellten uns einen großen Raum zur Verfügung, indem wir arbeiten konnten.
Schon auf unseren Einkaufstrip in die Staaten haben wir das Material bestellt, dass nach Mexiko in die Marina geliefert werden sollte. Das Material, „Top Gun 9“ ist ein Vinyl beschichtetes Sonnen resistentes Leinen, das sich schon bei Tystie's Segel bewährt hatte. Bei einer Breite von 1,3 m bestellten wir 45 Meter in rot und 23m in Weiß. 

Wir warteten lange auf die Lieferung. Letztendlich erfuhren wir, dass das Paket nicht ausgeliefert werden konnten, weil man in Mexiko eine spezielle Lizenz braucht, um Textilien zu importieren. Da wir dies aber nicht haben, wurde die Sendung kurzerhand wieder zurück geschickt. Wir brauchten Wochen, um eine andere Möglichkeit zu finden, das Material nach Guaymas zu transportieren. Glücklicherweise erfuhren wir von einer Frau, die oft zwischen Tucson und Guaymas mit dem Auto pendelt, Seglern Pakete zuzustellen. Diese Option haben wir mehrmals in Anspruch genommen. und waren jedes Mal sehr glücklich, als wir endlich die Sachen in Empfang nehmen konnten. Auf diesem Wege bekamen wir außer dem Segelmaterial auch die Sailrite, die Salontische und unseren Wassermacher.

Wir studierten die Anleitung, „ a DIY guide to rigging a boat with cambered panel sails“, die wir von der JRA „Jung Rig Association“ Website runter geladen hatten. Das waren schon einige Seiten, die da durchgearbeitet werden mussten.
Wir nahmen verschiedene Messungen vom existierenden Segel vor, z.B. Länge und Abstand der Latten, Länge der Masten, usw.
Dann wagte sich Martin an die Kalkulationen der verschieden Panels/Sektions. 



Hart konzentriert. Der Käpt'n beim Berechnen.


Um die Penels richtig aus dem Material zuschneiden brauchten wir etwas, dass wir als Schablone verwenden konnten. Es musste stabil genug sein und durfte sich nicht verziehen. Es ist nicht so einfach jemanden zu erklären, was man machen möchte, wenn man die Sprache nicht gut genug spricht und die andere Seite keine Ahnung davon hat, was du machen möchtest. Unsere „Jungs“ halfen uns etwas festeres Kartonpapier zu finden. Natürlich war das nicht groß genug und wir klebten die verschieden Blätter aneinander, um die Fläche zu erreichen, die wir benötigten. 



Das Kartonpapier wird zusammengefügt, um die Schablonen zu machen.


Dann konnten wir das erste Panel/Teil aufzeichnen. Doch welch ein Schreck, die Schablone war breiter als 1,3m vom Stoff. Es ging kein Weg daran vorbei wir mussten jede Bahn mit einer weiteren verbinden bevor wir das erste Teil ausschneiden konnten. Damit hatten wir nicht gerechnet. War es doch eine sehr zeitaufwendige Zusatzarbeit, die uns fast eine Woche kostete. Um nicht zu viel „off-cuts “ zu haben, nähten wir die Abschnitte mit der nächsten Bahn zusammen. 



Sektion Schablone auf dem zusammengefügt Stoff, fertig zum markieren und ausschneiden


So wurde eine Sektion nach der anderen ausgeschnitten, gesäumt, markiert und auf die Seite gelegt. Wir können gar nicht in Zahlen ausdrücken, wie viele Meter wir auf Knien durch den Raum gerutscht sind.


Obere Sektionen, eins als Schablone, das andere schon zugeschnitten.


Die oberen beiden Dreiecke waren dann nochmals eine Herausforderung. Uns fehlten die Referenzpunkte. Somit haben wir die Berechnung dann auf geometrische Weise gelöst. Nun waren alle großen Segelsektionen ausgeschnitten und die schwierigste Arbeit fing an. Die batten-pockets, also die Taschen, in denen die Latten liegen, mussten gefertigt werden. Da wir aber nun schon kaum mehr Tuch über hatten, haben wir all die kleinen Reststücke wie ein Puzzle zusammengefügt.



Lattentasche Puzzle mit zwei Latten zur Längenabschätzung. 


Wir wurden ein gutes Team, sowohl mit dem markieren und ausschneiden, wie auch die großen Stoffteile durch die Maschine zu füttern.
Am Anfang waren die Teile noch relative klein, aber mit jeder Sektion wurde es schwerer und schwieriger den Stoff durch die Nähmaschine zu führen. Das ein oder andere Mal sind wir aus der Spur geraten und mussten die Naht wieder auftrennen. Oder es lief gerade so gut und geradeaus und dann war der Faden zu Ende und der Unterfaden musste neu aufgespult werden.
So arbeiteten wir uns langsam vom untersten Panel nach oben. Nachdem 2 Sektionen zusammengefügt waren, wurde auf die Naht die Lattentasche genäht. So wuchs das Segel langsam zusammen. Zu erst nähten wir das etwas kleinere Vorsegel und dann das Hauptsegel.




Renate ist gerade mit einer Naht fertig. An ihrer linken Hand ist das zusammengefügt Material zu erkennen. 


Beim Hauptsegel ist uns dann doch das Material ausgegangen. Uns fehlten noch 3 Lattentaschen. Erneut musste eine Lösung gefunden werden. Mit der Hilfe von einer Marina Mitarbeiterin konnten wir eine Firma in einem anderen Bundesstaat ausfindig machen, die „sunbrella“ Persenning verkauften. Somit bestellten wir gleich genug Material, um auch unseren geplanten Dodger (Wetterschutz für den Eingang ins Boot) herzustellen.
Als alle Teile zusammengefügt waren, wurde das komplette Segel mit Gurtband umnäht. Schlaufen wurden angebracht, um das Segel am den Baum zu befestigen und die Latten zu sichern. Dann bekamen die Segel noch ihren ganz persönlichen Touch. Als Überraschung nähte Renate ein Icon auf das untere Dreieck. Das Segel brauchte einen Taiko. 


  
Fertiges Segel ausgebreitet. Die Wölbung ist an den Lattentasche und am unteren Ende zu erkennen.


Nun begann die Arbeit für Martin. Die Segel wurden an Bord gebracht und die frisch gemalten Latten in die Taschen befestigt. Panel für Panel wurde das Segel am Mast gehisst. Dafür hat Martin ruhiges Wetter abgewartet. Dann konnten alle die Segel am Mast bestaunen.



Der Capt'n betrachtet die Segel kritisch – Foto zeigt auch den Dodger Rahmen mit Template.



Aber der Capt'n war nicht glücklich. Es brauchte eine lange Zeit mit ausprobieren und ein Testsegeln um herauszufinden, wie wir die diagonalen Falten in den Segeln beseitigen können.
Die langen Seiten der Dreieck waren zu lang und ließen die Latten am Ende der Segel zu sehr hängen. Somit mussten die Segel wieder abgenommen werden und wir schnitten ein gutes Stück aus jedem Segel aus. 



Das abgenommene Segel mit dem ausgeschnittenen Teil im unteren Bild


Natürlich mussten wir dann die neue Form anpassen, aber es machte einen ordentlichen Unterschied.

Mittlerweile sind wir so einiges mit den den neuen Segeln gesegelt. Sie ziehen gut und wir machen auch bei leichtem Wind gute Fahrt. Der Capt'n ist immer noch nicht 100% zufrieden und plant am Hauptsegel eine zweite Leine zur Regulierung der Segel anzubringen. Auch am Vorsegel ist er dabei die Blöcke für die Regulierung zu versetzen, um einen besseren Winkel zu bekommen.
Es ist erstaunlich wie viele andere Segler bei uns vorbei kommen und sagen wie beeindruckt sie von unseren Segeln sind und wir gut sie ihnen gefallen. Sie können es dann gar nicht glauben, dass wir sie selbst genäht haben. Aber es macht uns jedes mal ein bisschen Stolz auf unsere Taiko. 



Einlaufen am Ankerplatz von San Everisto


Monday, 27 April 2020

Surprise Party

Mid-February was Martin's birthday and in the weeks before I organized a surprise party for him. It's not that easy when you're together 24/7. For a good result I used the help of the marina staff, because "locals" know where to get what at which price. Since Marrtin's birthday fell on a Friday and a holiday, our Mexican friends wanted to go home for the weekend earlier, we organized the celebration at lunch time.
Decorations were bought, a cake ordered, cutlery, mugs and plates procured, and of course Mexican tortillas, meat with salsa and vegetables surved.
It was a great surprise. The group of well-wishers consisted partly of sailors and people from the marina. We were a total of 25 people and Martin had no idea that everyone knew about his party.



All gifts were well thought out and useful. A bottle of rum was opened right away, the delicious nuts were almost eaten, only the great poem is preserved forever. Thank you Kay!


Martin and Renate
on their junk rigged boat Taiko
cause heads to turn and look with awe
wherever they may go

The red sails on there unique boat
is quite a sight to see
standing tall and proud and full
while sailing hard to lee

Taiko is a rare seabird
not many people get to view
if you get to see Taiko the boat
you'll agree, it is a rare sight too.

From Kay Jackson SV „Gone Nuts“

Sunday, 26 April 2020

Ueberraschungsparty

Mitte Februar war Martins Geburtstag und in den Wochen davor habe ich eine Überraschungsparty für ihn organisiert. Das ist nicht so einfach, wenn man 24 Std am Tag, 7 Tage die Woche zusammen ist. Für ein gutes gelingen habe ich die Hilfe von den Mitarbeitern der Marina in Anspruch genommen, denn „Locals“ wissen, wo was und zu welchem Preis was besorgen ist. Da Marrtin's Geburtstag auf einen Freitag gefallen ist und unsere mexikanischen Freunde ins Wochenende wollten, haben wir die Feier zur Lunch-time organisiert.
Dekoration wurde gekauft, eine Torte bestellt, Besteck, Becher und Teller beschafft und natürlich mexikanisch Tortilla, Fleisch mit Salsa und Gemüse besorgt.
Es war eine gelungene Überraschung. Die Gruppe der Gratulanten bestand zum Teil aus Segler und aus Leuten aus der Marina. Insgesamt waren wir 25 Personen und Martin hat keine Ahnung, dass alle von seiner Party wussten.


Alle Geschenke waren gut durchdacht und nützlich. Eine Flasche Rum wurde gleich angebrochen, Die leckeren Nüsse wurden fast aufgegessen, nur das tolle Gedicht bleibt uns ewig erhalten.
Danke Kay von „Gone Nuts“


Martin and Renate                                        Martin und Renate
on their junk rigged boat Taiko                    mit ihrer Dschunke TAIKO,
cause heads to turn and look with awe         lässt Köpfe drehen und mit Stauen seh'n,
wherever they may go                                  wo immer sie auch geh'n.

The red sails on there unique boat               Die roten Segeln an ihrem speziellen Boot
is quite a sight to see                                    sind durchaus besonders anzuseh'n.
standing tall and proud and full                   Sie stehen hoch, und stolz und voll
while sailing hard to lee                               während der Wind die Segel bläh'n.

Taiko is a rare seabird                                  Taiko ist ein seltener Seevogel
not many people get to view                        nicht viel können ihn erblicken.
if you get to see Taiko the boat                    Doch wenn du TAIKO jemals siehst,
you'll agree, it is a rare sight too.                 der Anblick wird dein Herz erquicken.

Von Kay Jackson SV „Gone Nuts“             Übersetzung von Renate



Wednesday, 26 February 2020

Stapellauf

Taiko, Magentasturmvogel
 
Der neue Name des Bootes beginnt in den Köpfen haften zu bleiben und das Boot wird mehr und mehr unser Zuhause. Im letzten Monat, seit unserem letzten Beitrag, wurde viel erreicht, und wir sind sehr zufrieden mit unseren Arbeiten und Bemühungen.
Unseres Wissens wurde Taiko nie als „live aboard“ benutzt oder mit ihr langfristige Fahrten unternommen. Deshalb mangelte es an einigen Annehmlichkeiten, die wir für wesentlich halten. Das elementarste davon war ein einfacher Tisch, an dem man bequem speisen konnte. um das Problem zu beheben haben Wir zwei verstellbare Aluminiumsockel mit Tischplatten aus Großbritannien importiert und montiert, Obwohl dies keine ideale seegängige Tische sind, war dies die zweckmäßigste Methode, um nutzbaren Tischfläche zu erhalten. Etwas von Grund auf neu zu bauen, ist hier in Mexiko schwierig, weil es fast unmöglich ist, Holz und Beschläge von guter Qualität aufzuspüren.

Auf jeder Seite des Motorkastens montierte Tische.


Da die Besatzung auf der Backbordseite speist und gelegentliche Gäste Steuerbords speisen, ist
das Ergebnis ausreichend für den Einsatz vor Anker oder zum Segeln unter gemäßigten Bedingungen. Ich tröste mich mit dem Gedanken, dass bei aufgewühlter See sowieso nichts auf einem Tisch bleibt.

Inzwischen wurden die Arbeiten an der Außenseite des Schiffes fortgesetzt. Nachdem der größte Teil der Lackierarbeiten abgeschlossen war, wurde das modifizierte Ruder lackiert und neu aufgehängt, sowie die computergenerierte Namensgrafik auf den Rumpf aufgebracht.


Der Namenszug wurde auf den Rumpf aufgetragen.
 
 
Die Lackierer-Crew schien ein starkes persönliches Interesse an unserem Projekt zu haben. Ihr Stolz auf ihre Arbeit war von Anfang an sehr offensichtlich, aber im Verlauf der Arbeit war es ihre subtile Art, uns von der einen oder anderen Vorgehensweise abzuhalten, die ihr Engagement für ein qualitativ hochwertiges Fertigstellung demonstrierte. Sie fügten kleine Extras hinzu, um die Arbeit zu verbessern; die weiße Linie um die Wasserlinie, der Bootsname, der sorgfältig platziert wurde, um den Kühlwasserauslass des Kühlschranks zu integrieren (wie oben in der Mitte des 'a' zu sehen ist), und das Hinzufügen unserer Namen auf dem Ruderbestand, sind nur einige Beispiele.


unsere Namen am Ruderschaft. 




Das kurze Video zeigt uns gerade nach dem „ins Wasserlassen“. Leider läuft der Motor vom Travellift im Hintergrund und macht einen schreckliches Krach. Deshalb empfehle ich, während des ansehens. die Lautsprecher runter oder auszuschalten.

Launch

Taiko - Magenta Petrel

The new name to the boat is beginning to stick and the boat is becoming more like our home. Much has been accomplished in the last month since our last post and we are very pleased with our endeavor.
Taiko, to our knowledge, has never been a live aboard vessel or undertaken lengthy periods of cruising and as such lacked a few comforts we consider essential. The most basic of which was a simple table from which to dine in comfort. We imported and fitted two adjustable aluminium bases and table tops from the UK to remedy the problem. While these are not an ideal sea going table it was the most expedient method of obtaining usable table space as opposed to building something from scratch given the difficulty of tracking down good quality timber and fittings in Mexico.

Tables mounted on each side of the engine box.

With crew dining to port and occasional guest dining to starboard, the result is pleasing for use at anchor or for sailing in moderate conditions. I console myself with the thought that nothing stays put on a table in developed sea anyway.

Meanwhile work has continued on the outside of the ship. With the major part of the paint work complete the modified rudder was painted and re-hung and the computer generated name graphic applied to the hull.

The new applied to the hull.

The paint crew seemed to take a strong personal interest in our project. Their pride in their work was very evident from the beginning but as work progressed it was their subtle ways of discouraging us from some course of action or another that demonstrated their commitment to a quality finish. They added small extras to enhance the work; the white line around the water line, the boat name carefully placed to accommodate the fridge cooling water outlet (as can be seen above in the middle of the 'a') and the addition of our names on the rudder stock.

Names on the rudder stock.



The short video above shows us just launched. Unfortunately the travel lift engine is still running and makes a terrible noise so I recommend you turn your speakers off to watch it.

Wednesday, 25 December 2019

Harte Arbeit auf der Werft

Seit unserem letzten Post ist nun etwas mehr als ein Monat vergangen. Deshalb wollen wir noch vor Weihnachten ein Update posten.

Jedes Mal, wenn ein Boot zur Wartung aus dem Wasser heraus geholt wird, ist fast immer mehr zu tun als erwartet. Deshalb dauert es für gewöhnlich fast immer länger und kostet auch mehr, als man erwartet hat. Wir haben festgestellt, dass wir da keine Ausnahme von dieser bekannten, aber optimistisch leicht übersehenen Regel machen. Wie auch immer, unsere Werftzeit verläuft gut und unsere Arbeiten und Projekte kommen langsam zu einem sichtbaren Erfolg. Dies ist hauptsächlich auf die hart arbeitende mexikanische Maler und Lackierer-Crew zurückzuführen, die wir für den größten Teil der Arbeit eingestellt haben. Sie sind nicht nur fleißig, sondern auch ehrlich, großzügig und rücksichtsvoll.

Während Renate zu Hause in Neuseeland war und alles auf Renahara aussortierte, um sie dann den neuen Besitzern zu übergeben, kümmerten sich die "Jungs", wie wir unsere Arbeiter liebevoll nennen, rührend um mich, indem sie ihr Mittagessen mit mir teilten, mich in die Stadt fuhren, um Material zu besorgen und mich zu sich nach Hause zum Abendessen einluden. Ihre Gesellschaft und Freundschaft wird von uns sehr geschätzt. Genau genommen ist es eine Freude ihre Stimmen zu zuhören, wenn sie fröhlich ihre Lieblingslieder im Radio mitsingen, während sie die giftige und mühsame Arbeit, die zur Bootswartung dazugehört bewältigen. Es vermittelt eine Leichtigkeit des Herzens, während sie arbeiten. Übrigens tun sie das für Löhne, für die ich nicht einmal aufstehen würde. Im Gegenzug koche ich ihnen fast täglich Kaffee, leihe ihnen Werkzeuge und Sicherheitsausrüstung und spendiere ihnen gelegentlich nach der Arbeit ein paar Biere.

Ein paar Biere nach einem heißen Arbeitstag. Pancho, Abrahm, Pepe, ich (Spitzname Pancho Martin) und Pancho.


 Beim Herausholen war das Unterwasserschiff, wie erwartet, ziemlich schmutzig. Da wir in Pt. Escondido keinen Unterwasseranstrich aufgetragen hatten, war nur wenig oder kein aktives Antifouling mehr übrig. Der Travel-Lift wurde fachmännisch bedient, der Rumpf umgehend gereinigt und das Boot schnell auf seinen Platz gestellt. Die Arbeiten begannen damit, dass die Jungs den Rumpf mit lange Schleifbrettern bearbeiteten und ich das Ruder abnahm, um es zu modifizieren.

 
Erhebliche Verschmutzungen führten zu einer langsamen Fahrt zwischen Liegeplatz und Travel Lift.

  
Nach Berichten des Vorbesitzers, wonach das Boot bei starkem Wind schlecht wendet, hatte ich beschlossen, das Ruder auf ein NACA-Profil mit 12% Kurvung umzustellen und Endplatten hinzuzufügen, auf die gleiche Art und Weise, wie unser Freund Alan es an seiner Zebedee getan hat. Dies soll dem Ruder eine hydro-dynamische Form geben und den Wasserfluss über die Ruderoberfläche beim Wenden halten. Dies bedeutet, dass das Ruder auf beiden Seiten mit Holz aufgebaut und anschließend gehobelt und geschliffen werden musste, um die gewünschte Form zu erhalten. Das klingt einfach, aber es war viel mehr Arbeit als erwartet. Ich habe genauso lange gebraucht, das Ruder zu modifizieren, wie das Beiboot zu bauen.


Ich habe Schichtweise 12mm Sperrholz auf das vorhandene Seitenruder geklebt. Hier entdeckte ich, dass bereits ein Versuch unternommen wurde, dem „Scheunentor“ von Ruder eine Form zu geben, dies aber asymmetrisch ausfiel, was nicht zu einer Effizienz beigetragen hatte.

Das Scheunentor ohne Antifouling

Die erste Lage Sperrholz kann aufgebracht werden. An der Ruderbasis sieht man die Schablone mit dem erwünschten neuen Ruder-Profil.

Schließlich bot das hinzugefügte Material genug Volumen, um in Form gehobelt und geschliffen zu werden. Nach der langen Arbeit war es eine Freude anzusehen, wie, letztendlich nach langem Hobeln, Schleifen und Füllen ein schönes hydro-dynamisches Ruder entstand.
Meine alte Verletzung an meiner rechten Schulter und meinem Ellenbogen haben gegen Ende der Arbeiten stark protestiert und ich war dankbar, dass nicht ich es war, der den Rumpf von Taiko mit langen Brettern schleifen musste. Es ist offensichtlich, dass ich mir in Zukunft mehr Gedanken machen muss, was ich mir selber zumuten kann. 

Der stolze grau-bärtige Brummbär mit den modifizierten Ruderendplatten.


Beim Blick auf das obige Foto denke ich, dass ich wie ein guter Freund aus Whangarei aussehe, der bekanntlich auch ein Brummbär ist.

Während ich mich daran machte, das Ruder zu bearbeiten und zu formen, bereiteten unsere Jungs den Rumpf zum Lackieren vor. Es wurde immer wieder grundiert, gefüllt und geschliffen. Ich begann zu glauben, dass sie mit der Oberflächenvorbereitung niemals zufrieden sein würden. Ich konnte nicht einmal die Unvollkommenheiten sehen, mit denen sie unzufrieden waren!
Sorgfältige Vorbereitung.
 
Und dann plötzlich, waren sie fertig zum Spritzlackieren. In weniger als einer Stunde war alles vorbei und unser Boot stand glänzend im Sonnenschein.
Der Hochglanzlack mit Laser ausgemessener Wasserlinie
Das Beiboot/Dinghy wurde auch gleich mit gesprüht, obwohl die Jungs mit der von mir gemachten Vorbereitung nicht zufrieden waren. Ich versicherte ihnen, ich würde sagen, dass ich es selbst gemalt habe, wenn jemand fragen sollte. Das schien ihre Unruhe auszuräumen.
Ein sehr glänzendes Beiboot
Wie bei den meisten Booten neigte sich auch bei Taiko die Wasserlinie am Bug und am Heck. Es ist üblich, dass die Krümmung des Rumpfes das Auge des Betrachters täuscht und diesen Hänge-Effekt hervorruft. Eine Linie zum höchsten Punkt der vorhandenen Wasserlinie wurde vom Laser erfasst, um dann eine gerade Linie um den gesamten Rumpf zu erhalten. Es war überraschend festzustellen, wie weit sie vom vorhandenen Level entfernt war. Zusätzlich zum Abfall an beiden Enden, war die Backbordseite auch noch niedriger als die Steuerbordseite.
Die sinkende Wasserlinie am Heck.
Zum Glück gibt es nicht nur Bootsarbeit zu berichten. Renate kam aus Neuseeland zurück und absolvierte die letzte Etappe ihrer Reise mit einem Privatflugzeug. Dies wurde von Matt organisiert, dem Commodore vom Trans-Ozean Stützpunkt in Los Angeles. Dies war ein zusätzliches fantastisches Abenteuer für Renate, da es ihr ermöglichte, viel mehr von der Landschaft zu sehen, als es mit einem kommerziellen Flug möglich gewesen wäre. Die Freundlichkeit von Matt und seinem Freund Jim, dem Piloten, sowie Paul und Patty, die alle vom Flughafen abholten und zur Marina brachten, war außergewöhnlich. Renate wurde gegen 15:00 Uhr mit ihren sehr schweren Taschen direkt am Fuß der Leiter zum Boot abgeliefert. Es gab keine komplizierten Vereinbarungen mit Motels, Mietwagen oder Taxis; noch dauerte die Anreise Tage, es war fantastisch.
Matt lernt fliegen, Renate achtern
Der Ziegen-Euter bei Guaymas
Vor ein paar Tagen wurden wir zur Weihnachtsgrillfeier der Marina-Mitarbeiter eingeladen. Wir waren die einzigen Segler, die eingeladen wurden und fühlten uns sehr geehrt! Wir wurden sehr herzlich aufgenommen und das Essen war ausgezeichnet. Zu jeder mexikanischen Feier gehört eine Piñata. Diese Piñata-Tradition ist sehr amüsant. Für Leser, die noch nie in Mexiko waren, hier eine kurze Erklärung. Die Piñata wird aus Pappmaché hergestellt, von außen bunt verziert und dann mit Leckereien für Kinder (klein oder groß) gefüllt. Sie wird dann über eine Rolle an einem Seil aufgehängt und muss mit einem Stock zerschlagen werden. Erschwerend wird die Piñata am Seil auf und ab bewegt. Erwachsene werden dazu die Augen verbunden. Jeder Anwesende darf ein bis drei Schläge ausführen, bis die Pappmaché ihren Inhalt auf dem Boden vergießt. In diesem Moment rasen alle (groß oder klein) wie Haie in einem Fressrausch auf die Süßigkeiten. Ähnlich wie beim Karnevalszug, nur im mexikanischen Stil.

Ein guter Treffer, aber hält noch die Piñata
Nach dem Grillen hieß es wieder Arbeitskleidung anziehen, um die Epoxy-Arbeit am Ruder zu beenden. Am folgenden Tag begannen Pepe und Pancho, zwei unserer Jungs, das alte Antifouling mit Schleifmaschinen ohne Absaugung zu entfernen. Umweltschutz ist hier noch ein Fremdwort. Das abgeschliffene Antifouling durfte einfach auf dem Boden liegen, dort wo es hingefallen war, um dann vom Wind verweht zu werden. Etwas, mit dem wir in Neuseeland niemals durchkommen würden.
Zu diesem Zeitpunkt entdeckten wir die bisher einzige mangelhafte Arbeit des Vorbesitzers. Die Verbindung vom Ballastkiel zum Rumpf war Glasfaser verstärkt worden. Allerdings wurde das Fieberglas direkt über das alte selbst-reinigende Antifoul angebracht. Natürlich hielt das Fieberglas auf so einem Untergrund nicht und war glücklicherweise sehr leicht zu entfernen. Die Jungs schliffen alles bis auf den Grund ab und verglasten es erneut, diesmal auf soliden Untergrund. Mit diesen Vorbereitungen kann das neue Antifouling bald aufgetragen werden.
Pancho Martin (sieht aus wie Don Quixote), Pancho, Renate, and Pepe

Wir wünschen allen frohe Festtage.

Tuesday, 24 December 2019

Hard work on the hard stand.


It has been a little over a month since our last post and we considered an update prior to Christmas a good idea.

Whenever a boat is hauled out for maintenance there is almost always more to be done than anticipated and it therefore almost always takes longer and costs more. We have found ourselves to be no exception to this well known, but optimistically overlooked, rule. However, the haul out has gone well and our projects are coming together nicely. This is largely due to the hard working Mexican painting crew we employed to do most of the work. They are not only hard working but honest, generous and considerate.

While Renate was in back home in New Zealand sorting out Renahara, to hand her over to new owners, the 'boys', as we affectionately refer to them, looked after me by sharing their lunch, running me around town for supplies, and inviting me to their homes for supper. Their company and friendship has been much valued by us. Indeed, listening to them cheerfully sing along to their favourite songs on the radio while doing the toxic and tedious work that belongs to boat maintenance brings a lightness of heart as one works. Incidentally, they do this for wages I wouldn't get out of bed for. In return I make them coffee almost daily, lend them tools and safety equipment, and occasionally shout them a couple of beers after work. 
 
A couple of beers after a hot day's work. Pancho, Abrahm, Pepe, myself (nick-named Pancho Martin) and Pancho.

At haul out the hull, as expected, was quite foul due to little or no active anti foul remaining. The travel lift was operated expertly, the hull promptly cleaned and the boat quickly set on stands. Work commenced with the paint crew long-boarding the hull and me removing the rudder for modification.

Substantial fouling made movement from marina berth to Travel Lift sluggish.
Following reports that the boat tacked poorly in strong winds it was decided to modify the rudder to an NACA profile with 12% camber and add end plates; in much the same fashion as our friend Alan has done on Zebedee. This is to give it an hydrodynamic shape and to keep the flow of water over the rudder's surface while steering. This means adding wood to both sides of the rudder then planing and sanding to get the desired shape. It sounds simple, but it was much more work than anticipated. It took me as long to modify the rudder as it did to build the dinghy.

I glued layers of 12mm plywood to the existing rudder. This is where I discovered that, while some attempt had been made to shape the barn door of a rudder, it was asymmetric, which would not have helped it's efficiency. 
The barn door with anti foul ground off.



The first layer of plywood ready to be glued down with the new profile attached to the base of the rudder.

Eventually the added material provided enough bulk to be planed and sanded into shape and it was a pleasure to see a nice hydrofoil begin to appear after much planing and long boarding. The old injuries to my right shoulder and elbow objected to this process towards the end and I was thankful that it was not me who was long-boarding the hull. It is evident that I shall have to age more gracefully.
The grey bearded curmudgeon with the modified rudder sporting end plates.

Looking at the above photo makes me think I look like a good friend from Whangarei who is also a curmudgeon. 
While I beavered away planing and shaping the rudder the paint crew got on with preparing the hull for painting. They primed, filled and sanded over and over again. I began to think they would never be satisfied with the surface preparation. I couldn't even see the imperfections they were unhappy with! 
Painstaking preparation
 

Then, suddenly, they spray painted. It was all over in under an hour and our boat stood gleaming in the sunshine.
The high gloss finish with waterline fixed by laser.

The dinghy got the same treatment too, although the boys were not happy with the preparation done by myself. I told them that if anyone asks I would say they that I painted it myself, which seemed to settle their disquiet.

A very shiny dinghy

Like most boats Taiko's waterline drooped at the bow and the stern. It is common for the curvature of the hull to deceive the eye of the applicator to produce this droop effect. A tangent to the highest point of the existing water line was taken by the laser to get a straight line around the entire hull. It was surprising to see how far off level it was. In addition to the droop at each end the port side was lower than the starboard side.

The drooping waterline at the stern.
 

It hasn't all been boat work, thankfully. Renate arrived from NZ, completing the last leg of her journey by private aircraft. This was organised by Matt, the Commodore of Trans-ocean's LA base. This was a fantastic additional adventure for Renate that allowed her to see much more of the landscape than would have been possible from a commercial flight. The kindness of Matt and his friends Jim, the pilot, Paul and Patty was exceptional. Renate was deposited at the foot of the ladder with her very heavy bags at about 1500hrs. There were no complicated arrangements with motels, rental cars or taxis; it was fantastic.
Matt learning to fly, Renate aft.


The Goats Udder near Guaymas.




A few days ago we were invited to the Marina staff Christmas barbeque. We were the only sailing people to be invited. It was very enjoyable; we were made very welcome and the food was excellent. The piñata event was highly amusing. For readers who have never been to Mexico, a piñata is decorated paper maché ball filled with treats for the kids (small and large ) which is struck in turn by a blind folded striker while it is jigged up and down. Everyone present takes a swing or three until the paper maché gives way to spill its contents on the floor, at which moment the kids rush in like sharks in a feeding frenzy. Basically a lolly scramble in Mexican style.

A good hit, but the Piñata still with holding.







After the barbeque it was back into work clothes for more finishing epoxy work on the rudder. The following day Pepe and Pancho began removing the old anti fouling with open sanders, with no consideration for the environment, the ground off anti foul was simply allowed lie where it fell to blow in the wind; something we would never get away with in NZ. At this juncture we discovered the only poor piece of work done by the previous owner thus far. The ballast keel to dead wood join had been fibre glassed over directly over old ablative anti foul. Of course the fibre glass was letting go; it was fortunately very easy to remove. The boys ground off the uncovered anti foul and re-glassed over sound substrate. New anti foul will go on soon.

Pancho Martin (looking like Don Quixote), Pancho, Renate, and Pepe.

We wish you all a happy holiday season.